Zusätzlicher Impfstoff soll Gelbfieber-Ausbruch eindämmen

20. Mai 2016, 13:17
posten

Die WHO zeigt sich besorgt über den Ausbruch von Gelbfieber in Afrika. Einen internationalen Gesundheitsnotstand wolle man aber noch nicht ausrufen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bei einem Dringlichkeitstreffen kürzlich in Genf besorgt über den jüngsten Ausbruch von Gelbfieber in Afrika gezeigt, sieht aber keinen internationalen Gesundheitsnotstand. Die Experten hätten festgestellt, dass der Ausbruch der Krankheit im südwestafrikanischen Angola und der Demokratischen Republik Kongo ein "ernster" Vorgang sei.

Dem müsse mit "intensivem" nationalen Handeln und erhöhter internationaler Unterstützung begegnet werden müsse, so die WHO. In Angola und dort vor allem in der Hauptstadt Luanda war im Dezember Gelbfieber ausgebrochen. Bis Mitte Mai meldeten die Behörden knapp 2.300 Krankheitsfälle und fast 300 Todesopfer in Folge der Infektion. Die benachbarte Demokratische Republik Kongo meldete 44 Verdachtsfälle. Auch in China wurden bisher elf Menschen positiv auf Gelbfieber getestet, nachdem sie aus Angola zurückgekehrt waren.

Ungeimpfte Reisende als Risiko

Damit bestehe das Risiko einer "internationalen Ausbreitung" des Virus durch nicht geimpfte Reisende, warnte die WHO. In vielen Teilen Afrikas ist die Zahl der gegen Gelbfieber geimpften Menschen gering. Die WHO brachte bereits 11,7 Millionen Impfdosen nach Angola. In der Demokratischen Republik Kongo sollen zusätzliche 2,2 Millionen Menschen geimpft werden.

"Wir glauben, dass das genügend Impfstoff ist, um die bis jetzt bekannte Übertragung zu stoppen", sagte WHO-Generaldirektor für Gesundheitsnotfälle, Bruce Aylward. "Eine Herausforderung wird es aber sein, falls es neue explosive Ausbrüche in anderen Städten gibt." In Angola wurden bis jetzt 7,7 Millionen der über 24 Millionen Einwohner geimpft. Die Tropenkrankheit wird von der gleichen Aedes-Stechmücke übertragen wie Zika.

Die WHO hält Dringlichkeitstreffen mitunter dann ab, wenn ein internationaler Gesundheitsnotstand droht. In der jüngsten Vergangenheit hatten die Ebola-Epidemie sowie die Verbreitung des Zika-Virus die WHO zum Handeln gezwungen. (APA, 20.5.2016)

  • In Angola wurden bis jetzt 7,7 Millionen der über 24 Millionen Einwohner geimpft. 2,2 Millionen sollen in der Demokratischen Republik Kongo folgen.
    foto: apa/ralf hirschberger

    In Angola wurden bis jetzt 7,7 Millionen der über 24 Millionen Einwohner geimpft. 2,2 Millionen sollen in der Demokratischen Republik Kongo folgen.

Share if you care.