Bayern als Favoriten ins Finale gegen Dortmund

20. Mai 2016, 13:03
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Münchner peilen zum Guardiola-Abschied das elfte Double an – BVB-Abwehrchef Hummels steht vor Wechsel nach München unter besonderer Beobachtung

Berlin – Es ist das Spiel der Spiele im deutschen Fußball. Und durch die Abschiede von Pep Guardiola und Mats Hummels hat es diesmal sogar noch mehr Tiefgang als sonst zu bieten. Das 73. DFB-Pokal-Finale zwischen Rekordsieger Bayern München (17 Titel) und Herausforderer Borussia Dortmund am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) ist jedenfalls ein gebührender Saison-Abschluss.

Wenn der scheidende Bayern-Coach Guardiola und der Seitenwechsler Hummels vor 74.322 Zuschauern im Olympia-Stadion zum letzten Hurra erscheinden, werden auch Millionen TV-Zuschauer in aller Welt mit dabei sein.

Meister FC Bayern ist zwar Favorit gegen die zuletzt formschwache Borussia, doch Bundestrainer Joachim Löw sieht für den Bundesliga-Zweiten "auf jeden Fall eine Chance, wenn Dortmund am Leistungslimit spielt. Es geht um ein Spiel, da ist der Ausgang relativ offen."

Guardiola hat vor seinem letzten Spiel auf der Bayern-Bank einen klaren Auftrag: Das elfte Double. Für das zehnte sorgte Guardiola selbst – 2014 gegen den BVB. "Wir werden alles tun, um zu gewinnen", verspricht der Katalane, aber es werde schwer gegen "die beste Borussia der Geschichte".

Für BVB-Kapitän Hummels werden es 90, vielleicht 120 Minuten, vielleicht noch ein Elfmeterschießen unter spezieller Beobachtung. Vor seinem letzten Spiel nach achteinhalb Jahren Dortmund und der Rückkehr zum FC Bayern, macht sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke "null Komma null Gedanken" um den Anführer: "Mats ist keine 22 mehr." Der Spieler selbst sprach von einem "komischen Gefühl. Jeder Fehler, den ich mache, wird endlos seziert werden."

Während die Bayern vor dem Duell auf Spitzen in Richtung des Rivalen verzichteten, heizten die Borussen das Duell zusätzlich ein bisschen an. "Die letzten Finals gegen Bayern wurden durch Fehlentscheidungen entschieden", meinte Sportdirektor Michael Zorc und erinnerte an einen nicht gegebenen Treffer im Endspiel 2014 (0:2 n.V.).

Damals auf der BVB-Bank: Jürgen Klopp. Die Borussia hat den Liverpool-Coach als Heißmacher nach Berlin eingeladen. "Ich hoffe, dass der BVB es packt. Beim letzten Finale gewann nicht die bessere Mannschaft", stichelte auch er. Als Glücksbringer taugt Klopp nach zuletzt fünf verlorenen Endspielen aber nicht.

Watzke versuchte es mit einer anderen Masche. "Der Druck ist für die Bayern höher", sagte er, "sollten sie verlieren, kann ich mir lebhaft vorstellen, wie die Saison-Bewertungen ausfallen."

Aubameyangs Prophezeiung

Während die Bayern ohne Arjen Robben und wohl auch Innenverteidiger Javi Martínez auskommen müssen, fehlt der Borussia Ilkay Gündogan. Marco Reus dürfte nach seiner Erkältung fit werden. Der Nationalspieler peilt seinen ersten Titel überhaupt an, Pierre-Emerick Aubameyang prognostiziert. "Ich glaube, ich werde zwei Tore machen."

Die Münchner streben nach der Meisterparty am vergangenen Wochenende auf dem Marienplatz Teil zwei für Sonntag an. "Wir wissen, wie es sich anfühlt – und wollen nochmal auf den Balkon", sagte Thomas Müller.

Am Samstagaben wird der Sieger auf dem Rasen jedenfalls schaumgebremst feiern, Bierduschen im Stadion will der DFB nicht sehen. Hintergrund ist das Engagement des Verbandes im Aktionsbündnis "Alkoholfrei Sport genießen". (sid, red, 2016)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

München: Neuer – Lahm, Benatia, Boateng, Alaba – Alonso – Costa, Müller, Vidal, Ribéry – Lewandowski. – Trainer: Guardiola

Dortmund: Bürki – Piszczek, Bender, Hummels, Schmlezer – Weigl, Castro, Mchitarjan, Kagawa, Reus – Aubameyang. – Trainer: Tuchel

  • Die Meisterschale haben die Bayern bereits eingesackt, nun soll der Pokal folgen.
    foto: reuters/pfaffenbach

    Die Meisterschale haben die Bayern bereits eingesackt, nun soll der Pokal folgen.

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