Protest wegen Preis für Hermann Nitschs Lebenswerk

20. Mai 2016, 10:49
2 Postings

Tierschützer rufen zu Boykott der Kunstbiennale der Stadt Asolo auf

Asolo – In Italien ist eine scharfe Polemik um den Beschluss der Kunstbiennale der norditalienischen Stadt Asolo entbrannt, Hermann Nitsch für sein Lebenswerk auszuzeichnen. Dem Aktionskünstler wird am Samstag der Internationale Preis der Kunstbiennale von Asolo nahe Treviso für sein Lebenswerk verliehen. Dagegen wehren sich Tierschützer heftig.

Die Tierschützer riefen zum Boykott der Kunstbiennale auf. Sie appellierten an die Bürger Asolos, an Bürgermeister Mauro Migliorini Protestbriefe gegen den Preis an Nitsch zu schreiben. Kein Tier dürfe zur Unterhaltung für den Menschen und zu Kunstzwecken ausgenutzt werden. Auch tote Tiere sollten mit Respekt behandelt werden. "Kunst ist nicht nur Kultur, sondern auch Respekt und Sensibilität für alle Lebewesen", kommentierten die Tierschützer. Nitsch sorgt mit seinem blutigen Orgien-Mysterien-Theater regelmäßig für Aufregung.

Der Preis von Asolo gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Italien. Er wird von der Gesellschaft "Itaca Investimenti d'Arte" zusammen mit der Provinz Treviso und der Gemeinde Asolo vergeben. Zwei Werke Nitschs sind seit einigen Tagen im ehemaligen Kloster St. Peter und Paul in Asolo ausgestellt.

Schon 2010 hatte der Künstler in Asolo seine Werke gezeigt und den Protest der Tierschützer ausgelöst. Die Veranstalter der Kunstbiennale verteidigten den Preis für Nitschs Lebenswerk. Der Österreicher sei ein Protagonist der Kunstgeschichte von internationalem Niveau, der hinzu im Raum Asolos seinen Zweitwohnsitz habe. (APA, 20.5.2016)

Share if you care.