Marc Janko "nahezu wieder der Alte"

20. Mai 2016, 10:40
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Der Teamstürmer will spätestens in der letzten Runde der Schweizer Meisterschaft sein Comeback geben, vor seinem ersten großen Turnier aber nicht alles riskieren

Basel – Marc Janko steht drei Wochen vor Österreichs erstem Spiel bei der EM in Frankreich vor seinem Comeback. Der 32-Jährige könnte zwar bereits am Sonntag im Ligaschlager seines als Meister feststehenden FC Basel bei den Young Boys Bern mitwirken. Wahrscheinlicher ist seine Rückkehr aber erst in der letzten Ligarunde am Mittwoch gegen Grasshoppers Zürich.

Janko hatte sich Mitte April einen Muskelfaserriss an den Adduktoren im linken Oberschenkel zugezogen. "Ich fühle mich sehr gut. Ich bin nahezu wieder der Alte", versichert der Goalgetter. Für das erste EM-Spiel am 14. Juni in Bordeaux gegen Ungarn sieht er kein Problem. "Für die Euro ist das kein Thema."

Berner Kunstrasen nicht ideal fürs Comeback

Allerdings hätte Janko vor Turnierstart gerne noch das eine oder andere Pflichtspiel absolviert. "Im Idealfall kann ich beide Ligaspiele noch mitmachen. Bern ist aber noch nicht sicher, weil dort auf Kunstrasen gespielt wird", erklärt Janko. "Für die Adduktoren ist das noch einmal eine andere Belastung. Wenn sich eine Situation ergibt, in der ein kleines Stückchen Risiko mitspielt, ist es vielleicht vernünftiger, auf die Bremse zu drücken."

So kurz vor der Endrunde will Österreichs Torgarant nichts mehr riskieren. Acht Treffer hat Janko in seinen vergangenen neun Länderspiel-Einsätzen erzielt, sieben davon in der EM-Qualifikation. "Ich brenne schon sehr auf das Comeback", sagt der Niederösterreicher. In den vergangenen Wochen habe er besonders intensiv trainiert. "Davon hat die Kondition profitiert."

Verspätet ins Teamcamp

Spätestens kommende Woche soll der Spielrhythmus dazukommen. Die Schweizer Liga gibt ihm Gelegenheit dazu. Während der Großteil der Nationalteamkollegen bereits am Sonntag zum Vorbereitungscamp in Laax einrückt, weilt Janko noch zumindest bis Donnerstag in Basel.

Ähnlich geht es Flügelspieler Jakob Jantscher, der mit dem FC Luzern noch um ein Europacup-Ticket spielt. Ersatzgoalie Heinz Lindner ist mit Eintracht Frankfurt am Montag noch in der Relegation der deutschen Bundesliga engagiert, David Alaba wird nach dem deutschen Cupfinale (Samstag) am Dienstag in der Schweiz erwartet.

Janko geht in sein erstes großes Turnier. Bei der EM 2008 stand der damalige Salzburg-Stürmer zwar im Großkader, schaffte es aber nicht in Josef Hickersbergers 23-Mann-Aufgebot. "Wir sollten zuversichtlich zur EM fahren, aber auch mit einer Spur Demut", sagt Janko. "Wir – und damit meine ich auch die Öffentlichkeit – müssen uns bewusst machen, dass wir die Vorrunde noch lange nicht überstanden haben."

Der Aufstieg ist in einer Gruppe mit Ungarn, Favorit Portugal und Island das erklärte Ziel. "Wir haben auf jeden Fall die Qualität dafür", so Janko. Man dürfe sich aber in keiner Partie auch nur mit 99 Prozent zufriedengeben. "Bei der Euro ist jedes Spiel extrem wichtig. Wenn du die Punkte nicht holst, wird es schwierig. Wir müssen in jedes Spiel gehen, als ob es ein Finalspiel ist." Das gilt schon für den Auftakt gegen Ungarn. (APA, red, 20.5.2016)

  • Mit Zuversicht und Demut will Marc Janko die EM in Angriff nehmen.
    foto: apa/jäger

    Mit Zuversicht und Demut will Marc Janko die EM in Angriff nehmen.

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