Chibok-Mädchen trifft nigerianischen Präsidenten

20. Mai 2016, 09:38
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Mehr als 200 der Mädchen werden noch immer vermisst

Abuja – Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hat eine junge Frau empfangen, die vor zwei Jahren gemeinsam mit über 200 Schülerinnen von Islamisten entführt worden war und nun wieder aufgetaucht ist. Die 19 Jahre alte Amina Ali Nkeki brachte in die Präsidentenvilla in der Hauptstadt Abuja auch ihr etwa einjähriges Kind mit.

Die beiden wurden am Mittwoch in der Nähe von Chibok, dem Ort der Entführung, aufgefunden. Buhari sagte während des Treffens, er sei sehr traurig wegen der Grausamkeiten, die das Mädchen in so jungen Jahren durchleben musste. "Amina wird die beste Versorgung bekommen, die Nigeria leisten kann."

Berichte über gefangene Mädchen

Nach Angaben von Joshua Danladi, Mitglied einer Bürgerwehr in Chibok, soll Amina auch über andere gefangene Mädchen gesprochen haben. Diese sollen sich demnach in der Sambisa-Waldregion aufhalten, die von Mitgliedern der islamistischen Terrormiliz Boko Haram schwer bewacht wird. Sie habe außerdem erzählt, dass sechs Mädchen bei einem Kampf zwischen dem Militär und Boko Haram ums Leben gekommen seien.

Die Terrormiliz Boko Haram hatte vor mehr als zwei Jahren 276 Mädchen aus einer Schule in dem Ort Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno entführt. Mehr als 200 der Mädchen werden noch immer vermisst.

"Bring back our girls"

Die Kämpfer der Boko Haram – was übersetzt "Westliche Erziehung ist Sünde" bedeutet – wollen im Nordosten des Landes einen Gottesstaat errichten. Seit Jahren überzieht die islamistische Sekte Nigeria sowie inzwischen auch die Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger mit Gewalt. Sie üben Anschläge aus, entführen Mädchen und Frauen, missbrauchen sie als Sexsklavinnen, setzen sie für Selbstmordanschläge ein oder verkaufen sie weiter. Das Schicksal der entführten Schülerinnen wurde unter dem Schlagwort "Bring back our girls" ("Bringt unsere Mädchen zurück") zum Symbol für das Versagen des Staates im Kampf gegen die Terrormiliz. (APA, red, 20.5.2016)

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