Forschungspolitik: Mehr Zukunftsorientierung

Kommentar20. Mai 2016, 12:09
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Der neue Präsident des Wissenschaftsfonds FWF hat bessere Karten als seine Amtsvorgänger

Es soll ja Österreicher geben, die Felix Baumgartner für einen Wissenschafter halten. Sicher gibt es einige, für die Grundlagenforschung nicht wichtig ist. In der Mehrzahl regiert nämlich die Skepsis gegenüber Wissenschaft, die nicht lösungs- und anwendungsorientiert ist. Auf Österreichisch gesagt: "Zum Kometen können s' fliegen, aber den Krebs können s' nicht heilen."

Nun gibt es wieder einen Präsidenten des Wissenschaftsfonds FWF, der die Bedeutung der Grundlagenforschung besser in der Gesellschaft verankern will. Klement Tockner hat das Ziel, dass Wissenschaft, die – wie der Name schon sagt – nach grundlegendem Wissen über Vorgänge in Natur und Gesellschaft sucht, als das betrachtet wird, was sie ist: eine Basis, aus der sich möglicherweise Innovationen entwickeln lassen, als Grundlage für Bildung und für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Weshalb es dafür auch mehr Geld vom Bund geben sollte als zuletzt.

Obwohl dieses Vorhaben nicht neu ist, hat Tockner doch bessere Karten als seine Amtsvorgänger. Die hatten es mit einem Regierungschef zu tun, der zum Thema Wissenschaft nur Stellung bezog, wenn es politisches Kalkül war. Der neue Bundeskanzler Christian Kern hat bereits anklingen lassen, dass er von Wissenschaft mehr versteht: zwar mit einem überstrapazierten Beispiel – dem iPhone –, aber doch. Er könnte den österreichischen Skeptikern vielleicht mehr Zukunftsorientierung vermitteln. (Peter Illetschko, 19.5.2016)

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