Geforce GTX 1080: Bisher schnellste Grafikkarte beeindruckt die Tester

23. Mai 2016, 09:46
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Neue Architektur und zahlreiche Optimierungen bringen deutliche Leistungssteigerungen

Eine neue Architektur und große Versprechungen hat Nvidia vor kurzem bei der Vorstellung seiner nächsten Grafikkarten-Generation geliefert. Die beiden ersten Karten der Reihe, Geforce GTX 1080 und 1070 sollen sogar die Titan X schlagen, die als teure Kulmination der 900er-Serie gilt.

"Pascal" heißt das Kartendesign, traditionell benannt nach einem bekannten Physiker. Und gefertigt werden die frischen Karten im 16-Nanometer-Prozess, womit man die problematische 20 nm-Generation übersprang. In Kombination mit einer Reihe anderer Verbesserungen hat sich das offenbar gelohnt, denn in ersten Tests heimste die Geforce GTX 1080 viel Lob von den Testern ein.

Deutliche Steigerung zur Titan X

Setzt man sie unter Volllast, benötigt die Karte eine Zufuhr von 303 Watt. Damit liegt sie in etwa auf dem Niveau der GTX 980 und deutlich unter der Titan X – schlägt aber beide deutlich bei den Leistungsdaten und kommt mit nur einem 8-Pol-Kabel für die Stromversorgung aus. Dem "Titanen" ist sie laut den Zahlen von Eurogamer in praktisch allen Testläufen mit verschiedenen Spielen sowohl in 1080p, 1440p und auch in 4K-Auflösung um 20 bis 30 Prozent – teilweise sogar noch mehr – überlegen, was den Output an Bildern pro Sekunde betrifft. Etwas geringer, aber immer noch deutlich fällt auch der Vorsprung auf AMDs R9 Fury X aus.

Im neuen "Hitman" kommt die GTX 1080 bei 3.840 x 2.160 Pixel, Ultra-Einstellungen und vollem Anti-Aliasing auf 47 Frames pro Sekunde. Die Titan X erreicht ihre Obergrenze bei 34,5. Die Fury X ist mit 44,2 hier noch verhältnismäßig knapp dran. Im DirectX 12-kompatiblen "Rise of the Tomb Raider" kommt die neue Nvidia-Karte unter gleichen Bedingungen auf 45,8 Bilder pro Sekunde, die Titan X auf 35,9 und die Fury X auf 29,6.

8K-Support

Hauptgrund für den Leistungszuwachs ist weniger die neue Architektur an sich, die ihrem Vorgänger "Maxwell" recht ähnlich ist, sondern die drastische Erhöhung des Basistakts von 1 bzw. 1,2 GHz auf 1,6 GHz in Verbindung mit dem GDDR5X-Speicher, ermöglicht durch die 16nm-Fertigung. Im Turbomodus erreicht die GTX 1080 sogar bis zu 1,8 GHz. Es ist davon auszugehen, dass einige Karten von Drittherstellern ab Werk auf 1,8 GHz übertaktet sein werden und bei höherem Anspruch auf bis zu 2 GHz hochschalten können – was eine weitere Leistungsverbesserung bringen sollte.

Wer möchte, kann mit der neuen Karte auch 8K-Displays mit Pixel füllen. Die neue Display Engine unterstützt den PlayReady 3.0-Standard. Dazu gibt es Kompatibilität zu HDMI 2.0b und den DRM-Mechanismus HDCP 2.2, der bei der neuen UltraHD-Blu-ray Verwendung findet. Mit dieser Generation fällt dafür endgültig die Unterstützung für analoge Monitore weg, die Nutzer gegebenenfalls über entsprechende Adapter nachrüsten müssen, beschreibt PC Games Hardware.

Noch nicht übertaktungsfreundlich

Lobend wird ebenfalls erwähnt, dass die Karte stets angenehm leise bleibt, wenn man sie nicht gerade zu Spitzenleistungen zwingt. Denn diese muss sie ob ihrer Fähigkeiten selten erbringen. Maximal erreicht die Referenzkarte etwas über vier Sone, was einem zimmerlauten Fernseher entspricht. Üblicherweise liegt sie weit darunter, im Leerlauf wurden 0,4 Sone gemessen, das Äquivalent zu normalem Grundlärm in einem ruhigen Zimmer.

Das Übertaktungspotenzial der Nvidia-Referenzkarte ist gering und dürfte von anderen Herstellern wohl erweitert werden. Montiert man auf die Karte keinen alternativen Kühler, treibt eine Steigerung von Takt und Frequenz sie schnell in problematische Temperaturzonen. Im Moment ist laut Guru3D das Übertakten aber ohnehin noch ein "chaotischer" Prozess, da man noch mit speziellen Treibern und Beta-Software arbeiten muss..

"Beeindruckend", "Spektakulär"

Eigenwillig finden einige Kritiker die Preisgestaltung. Für die "Founders Edition" der GTX 1080 verlangt Nvidia 699 Dollar bzw. 789 Euro. Die normale Ausgabe wird 100 Dollar weniger kosten. Andere Hersteller müssen sich an die Vorgabe von Nvidia freilich nicht halten. Mit 379 Dollar bzw. 449 Dollar (Founders Edition) ist der Abstand zur etwas später erscheinenden GTX 1070 recht groß und das Niveau hoch.

Nichtsdestotrotz finden die Tester für die Performance der GTX 1080, vor allem in Anbetracht dessen, dass sie mit einer GPU auskommt, "beeindruckend" und "spektakulär". Spieler sollten vor einer Anschaffung allerdings abwarten, mit welcher Ausstattung und Preisgestaltung die Partner von Nvidia ihre GTX1080-Karten auf den Markt bringen. (gpi, 23.05.2016)

  • Die Nvidia Geforce GTX 1080 wird mit viel Lob empfangen.
    foto: nvidia

    Die Nvidia Geforce GTX 1080 wird mit viel Lob empfangen.

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