Kinky Friedman: Country-Outlaw mit Gitarre und Zigarre

19. Mai 2016, 15:22
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Nachdenkliches von Kinky Friedman: Der texanische Country-Musiker beehrt Österreich mit drei Konzerten und neuen Liedern

Graz/Wels/Wien – Zu seinen musikalischen Wurzeln ist Richard "Kinky" Friedman zurückgekehrt, als er heuer nach – wenn man von Liveplatten und Kompilationen absieht – gut 32-jähriger Pause ein neues Album veröffentlichte. The Loneliest Man I Ever Met heißt das Alterswerk des inzwischen 71-jährigen Enfant terrible der Countrymusik. Jetzt stellt er es dreimal in Österreich live vor.

foto: ap / matt slocum
US-amerikanischer Musiker, Krimiautor, Tierschützer und verhinderter Politiker: Richard "Kinky" Friedman (71).

1944 in Chicago geboren, zog der junge Kinky bald mit seiner Familie nach Texas, wo 1971 in Austin auch seine musikalische Karriere begann, als er die Band The Texas Jewboys gründete. Auf seine jüdischen Wurzeln war Friedman immer stolz, zugleich bestärkten sie ihn in seiner Außenseiterrolle – wie auf dem Debütalbum Sold American (1973) und dessen Eröffnungstrack We Reserve The Right To Refuse Service To You nachzuhören ist.

derstandard.at/ von usslar
STANDARD-Interview aus dem Jahr 2013.

Ride 'Em Jewboy heißt ein weiterer Klassiker des ersten Albums, eine Verbeugung vor den Opfern des Holocaust. Mit dem Titeltrack schaffte man es dann sogar in die Hitparade; die folgenden Platten fanden wenig kommerziellen Anklang. Zu sehr bemühte sich Friedman, zwischen allen Stühlen zu sitzen. Vielen war er zu wenig religiös und zu provokant, den typischen Countryhörern jener Zeit zu intellektuell und zu satirisch, den Intellektuellen zu sehr Redneck. Letzteres stimmte natürlich eh nie, aber sein Sinn für schwarzen Humor jenseits aller politischen Korrektheit blieb eine Minderheitenangelegenheit.

Immer mit Cowboystiefeln

Von den Outlaw-Country-Kollegen wie etwa Willie Nelson oder Kris Kristofferson wurde Friedman aber immer hochgeschätzt. Nelson produzierte dessen zweites Album; Auf The Loneliest Man I Ever Met interpretiert der jüdische Cowboy, der immer mit Cowboystiefeln, Stetson und Zigarre auftritt, auch einen Song seines Kumpels: Auf Bloody Mary Morning singt dieser gleich höchstpersönlich mit. Dazu kommen noch Lieder von Warren Zevon, Tom Waits, Johnny Cash und Bob Dylan. Letzteren begleitete Friedman 1976 mit der Rolling Thunder Revue.

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Passend zum sparsam instrumentierten nachdenklichen und melancholischen neuen Album wird er live vom Gitarristen und Produzenten Brian Molnar begleitet, der das Solovorprogramm bestreitet. (Gerhard Dorfi, 19.5.2016)

20. 5., Alter Schlachthof, Wels, 07242/672 84, 20.00

21. 5., Kalsdorf/Graz, KulturKeller, Karten: 0676/428 57 22, 20.00

22. 5., Wien, Szene, 20.00

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