Interessenkonflikt Glyphosat

19. Mai 2016, 14:27
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Fortdauernder Streit um Zulassung des Herbizids

Brüssel – Vor der EU-Entscheidung, ob es zu einer Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichtungsmittelns Glyphosat kommt, spitzt sich der Konflikt weiter zu. Mittlerweile geht es nicht nur um eine potenzielle Gesundheitsschädigung, sondern auch um den Verdacht von Geldflüssen. Die britische Tageszeitung Guardian berichtet, dass der Vorsitzende des Instituts, das kürzlich mit einer neuen – positiven – Studie zu Glyphosat an die Öffentlichkeit ging, hohe Beträge von Monsanto erhielt.

Demnach wurde 2012 an die ILSI-Gruppe 500.000 Dollar (445.000Euro) von Monsanto und 528.500 Dollar von der Industriegruppe Croplife International, zu der Monsanto, Dow, Syngenta gehören, überwiesen. Dem ILSI steht Alan Boobis vor, der auch die FAO/WHO-Treffen rund um Glyphosat vorsitzt – und von der die am Montag in die Öffentlichkeit gelangte Studie stammt, die von einem "unwahrscheinlichen" Krebsrisiko durch das Mittel ausgeht.

Wissenschaftliche Begutachtung

Boobis sagte dem Guardian, dass seine Rolle in dem ILSI-Gremium unentgeltlich sei und wissenschaftliche Begutachtung umfasse. Doch ist die Optik ungünstig: Eine Positivstudie in der Entscheidungswoche samt eventuellem Interessenkonflikt.

Mittwoch und Donnerstag berät ein EU-Fachgremium in Brüssel über eine Zulassung für weitere neun Jahre. Von österreichischer Seite ist ein Vertreter der Ages, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit dabei. Die EU-Kommission kann die Vorschläge des Expertengremiums aufnehmen, muss aber nicht. Problem ist, dass es keine vollwertigen Alternativen gibt, die den Stoff ersetzen könnten. (ruz, 19.5.2016)

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