Archäologiemuseum Graz zeigt Ausstellung zum Thema Tieropfer

20. Mai 2016, 08:30
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Die Schau "Töten in Kult und Religion" soll interdisziplinäre Perspektiven auf die Psychologie des rituellen Schlachtens bieten

Graz – Das Archäologiemuseum Graz im Areal des Schlosses Eggenberg beschäftigt sich in einer neuen Ausstellung mit Tieropfern. Ausgehend von einem Fund in der Südsteiermark, bei dem die Überreste von rund 1500 Tieren aus der La-Tène-Zeit entdeckt wurden, soll die Bedeutung von "Töten in Kult und Religion" – so der Titel der Schau – beleuchtet werden.

Am Frauenberg bei Leibnitz wurde eine Opferstätte entdeckt, die herausragend für ganz Mitteleuropa sei, erklärte Kuratorin Barbara Porod bei einer Presseführung. Man entschloss man sich zu einer Sonderausstellung, die sich mit der Bedeutung rituellen Schlachtens beschäftigt, und die auch passend auch zum Jahresthema des Universalmuseums Joanneum, das heuer "Tiere" lautet, angesetzt wurde.

Ausgestellt werden unter anderem Knochenfunde ausgestellt, die eine Ahnung davon geben sollen, wie viele Tiere geopfert wurden. Bei den Exponaten falle auf, dass immer wieder die gleiche Art Knochen gefunden wurde: "Es gibt kaum Langknochen oder Rippen, denn bei der Opferung bekam jeder sein Fleischpaket mit nach Hause", erläuterte Porod den praktischen Hintergrund.

Auch zwei Filme stehen am Ausstellungsprogramm: Eine Dokumentation von Max Paller aus dem Jahr 1974 zeigt die Arbeitsweise am Schlachthof St. Marx in Wien, ein zweiter Film wurde von Max Wegscheidler eigens für die Ausstellung gedreht. Ein halber Stier wurde angekauft und vor der Kamera fachgerecht zerlegt – das Fleisch wurde bei der Ausstellungseröffnung am 19. 5. gegessen.

Ein Schüttbild von Hermann Nitsch von einer Aktion 1980 in Florenz ist ebenfalls zu sehen: "Man kann in Österreich nur glaubhaft über Tieropfer sprechen, wenn man auf Nitsch Bezug nimmt", meinte die Kuratorin. (APA, 21. 5.2016)

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