Stiftung Warentest zeigt, wie "teuer" Hasspostings werden können

19. Mai 2016, 13:05
25 Postings

Veröffentlicht Katalog mit Bußgeldern für reale Fälle, es drohen mehrere tausend Euro Strafe

Die Stiftung Warentest hat sich in einem Facebook-Post ausführlich zur Problematik der Hasspostings geäußert. Die Organisation führt an, dass verhetzende Kommentare ihren Verfassern teuer zu stehen kommen könnten. Vier Beispiele führt die Stiftung Warentest an, sie basieren alle auf echten Fällen: Für die Beschimpfung von Politikern, die an "die Wand gestellt" gehören, musste ein Nutzer über 1.300 Euro bezahlen. Die Aufforderung, die deutsche Kanzlerin "öffentlich zu steinigen", schlug mit 2.000 Euro zu Buche. Noch höhere Strafen werden fällig, wenn die Äußerungen in den Bereich der NS-Wiederbetätigung fallen.

Bei Polizei melden

Für den Vorschlag, Gaskammern wieder zu öffnen und "die ganze Brut da reinzustecken", muss ein Nutzer 4.800 Euro bezahlen. Die jüdische Bevölkerung für den Holocaust verantwortlich zu machen, hat 5.000 Euro gekostet. "Beleidigungen und Volksverhetzung sind fast schon Normalität in vielen öffentlichen Kommentarspalten", schreibt die Stiftung Warentest. Die Organisation fordert Nutzer auf, sich bei der Polizei zu melden, wo oft schon Stellen für die Meldung von Hasspostings eingerichtet worden sind.

Tausendfach geteilt

Der Statusbeitrag hat schon tausende "Gefällt Mir"-Angaben geerntet. Er wurde außerdem fast 9.000 Mal weiterverbreitet. Laut Stiftung Warentest soll er über einer Million Nutzer angezeigt worden sein. Allerdings gibt es auch zahlreiche Nutzer, die nicht verstehen, warum sich die Stiftung Warentest mit dieser Thematik beschäftigt. Außerdem gibt es die übliche Anzahl an Nutzern, die Hetze und Gewaltaufrufe mit Meinungsfreiheit verwechseln und sich über den Beitrag beschweren. (red, 19.5.2016)

  • Hetze auf Facebook kann teuer werden
    foto: apa/afp/bleier

    Hetze auf Facebook kann teuer werden

Share if you care.