Uno, dos, tres: Sevilla feiert EL-Hattrick, Reds am Boden

19. Mai 2016, 12:02
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Finalfluch blieb Klopp treu – Sevilla unterstrich mit drittem EL-Sieg in Serie spanische Dominanz

Basel – Die Fußballwelt rätselt über den Finalfluch von Jürgen Klopp, der am Mittwoch in Basel sein fünftes großes Endspiel in Serie verloren hat. 1:3 musste sich Liverpool im Europa-League-Finale dem FC Sevilla geschlagen geben. "Manchmal ist der Weg eben etwas schwerer", sagte der Coach der Reds, der aber die Hoffnung nicht aufgibt, den Fluch irgendwann abschütteln zu können: "Es wird ein nächstes Finale kommen."

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Klopp hoch?

Im Europacup ist Liverpool kommende Saison allerdings nicht vertreten, hatte es in der Liga doch nur zu Endrang acht gereicht. Dazu ging Ende Februar das Ligacup-Finale gegen Manchester City im Elfmeterschießen verloren. Sein bisher einziges Endspiel hat Klopp 2012 mit Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen Bayern München (5:2) gewonnen.

Fragezeichen hinter Götzeverpflichtung

"No Pott für Klopp", titelte die "Bild"-Zeitung am Donnerstag. Deutsche Medien mutmaßen bereits, dass durch das Verpassen des internationalen Geschäfts für die kommende Saison auch der Transfer von Mario Götze nach Liverpool scheitern könnte. Der deutsche WM-Goldtorschütze von 2014, bei den Bayern nur Reservist, war unter Klopp in Dortmund groß geworden und gilt als dessen Wunschspieler.

Die Finalpleite gegen Sevilla nach 1:0-Pausenführung nahm Klopp auch auf sich. Ein Blitztor von Kevin Gameiro 17 Sekunden nach der Pause änderte den Verlauf der Partie. Liverpool reagierte geschockt, warf jede Ordnung über Bord. "Es ist meine Aufgabe, den Spielern dabei zu helfen, besser zu reagieren", sagte Klopp.

Eine Reaktion blieb aus. Nach einer emotionalen Saison samt Trainerwechsel im Oktober – Klopp war Brendan Rodgers nachgefolgt – steht Liverpool mit leeren Händen da. Die Reds können sich in der kommenden Saison auf die Premier League konzentrieren. 2014 hatte Liverpool dort als Zweiter nur um zwei Punkte den Meistertitel verpasst – den ersten seit 1990. Man könne auch aus dem verlorenen Finale etwas mitnehmen, meinte Klopp. "Wir werden diese Erfahrung nützen. Die Spieler sind immer noch jung. Irgendwann wird jeder sagen, dass Basel ein entscheidender Moment für den Liverpool FC war."

Die Oberhand behielten einmal mehr die Spezialisten aus Sevilla. Dreimal in Serie hat noch kein Team die Europa League beziehungsweise den Vorgängerbewerb Uefa-Cup gewonnen. Die Andalusier wurden erneut mit einem Platz in der Champions League belohnt.

Immer wieder Spanien

Sie unterstrichen auch die spanische Dominanz in Europa. Weil einander am 28. Mai im Champions-League-Finale in Berlin so wie 2014 Atletico und Real Madrid gegenüberstehen, gehen zum dritten Mal in Folge beide Europacup-Titel nach Spanien. Anders als Real Madrid und der FC Barcelona hat Sevilla aber nicht die Ressourcen, um ganz große Namen einzukaufen. Der Klub hat eine Nische besetzt, entwickelt gut ausgebildete Profis weiter und verkauft sie regelmäßig mit großem Gewinn.

Schon am Vorabend des Finales hatte Klopp den spanischen Fußball gelobt. Er verfüge über besseres Scouting, bessere Trainer und über eine bessere Spielerausbildung, als das in England, Deutschland und Italien der Fall sei. "Es liegt nicht an uns, das zu beurteilen", meinte der siegreiche Coach Unai Emery. "Ich habe meine eigene Theorie. Vielleicht ist der Standard des spanischen Fußballs gut. Aber es ist auch schon oft bewiesen worden, dass spanische Teams leidenschaftlich auftreten. Sie sind auf höchstem Level konkurrenzfähig, und wir haben es auch schon geschafft, gegen Teams zu gewinnen, die besser sind als wir."

In den vergangenen drei Europa-League-Endspielen behielt Sevilla gegen Benfica Lissabon, Dnipro Dnipropetrowsk und Liverpool die Oberhand. Emery gewann den Bewerb als erst zweiter Trainer nach Giovanni Trapattoni bereits zum dritten Mal, und das noch dazu hintereinander. Trapattoni, von 2006 bis 2008 in Salzburg tätig, war das im Uefa-Cup 1977 und 1993 mit Juventus Turin und 1991 mit Inter Mailand gelungen. (APA, Reuters, 19.5.2016)

  • Zunächst lief es gut für den FC Liverpool. Sevilla-Keeper David Soria streckte sich vergeblich.
    foto: afp/ michael buholzer

    Zunächst lief es gut für den FC Liverpool. Sevilla-Keeper David Soria streckte sich vergeblich.

  • Daniel Sturridge stellte in Weltklassemanier auf 1:0 für die Reds.
    foto: afp/ michael buholzer

    Daniel Sturridge stellte in Weltklassemanier auf 1:0 für die Reds.

  • Doch ab der zweiten Halbzeit dominierten die Spanier die Partie.
    foto: reuters / michael dalder

    Doch ab der zweiten Halbzeit dominierten die Spanier die Partie.

  • Ein fuchsteufelswilder Jürgen Klopp konnte nicht verhindern, dass seinem Team das Spiel entglitt.
    foto: reuters / dylan martinez livepic

    Ein fuchsteufelswilder Jürgen Klopp konnte nicht verhindern, dass seinem Team das Spiel entglitt.

  • Verdientermaßen Campeónes.
    foto: reuters / dylan martinez

    Verdientermaßen Campeónes.

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