Libyens Militär meldet Erfolge in Kampf gegen IS

19. Mai 2016, 10:47
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Offenbar Kleinstadt Abu Grain befreit – IS-Anschlag zwischen Sirte und Misrata

Tripolis – In Libyen meldet die neue Einheitsregierung militärische Erfolge im Kampf gegen die Islamistenmiliz "Islamischer Staat". Ein Armeesprecher sagte am Mittwoch, die Streitkräfte hätten nach schweren Gefechten die Kleinstadt Abu Grain und zwei nahe gelegene Dörfer befreit. Die IS-Kämpfer seien zurück in die Außenbezirke der Küstenstadt Sirte vertrieben worden.

Sirte wurde im vergangenen Jahr vom IS erobert und ist mittlerweile dessen wichtigster Stützpunkt außerhalb Syriens und des Irak. Abu Grain liegt etwa 140 Kilometer westlich von Sirte. Nach Militärangaben wurden in den Kämpfen 32 Soldaten getötet, sieben davon bei einem Autobombenanschlag. Weitere 50 wurden verletzt. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch befinden sich 1.800 IS-Kämpfer in Sirte, mindestens 70 Prozent davon aus dem Ausland. Etwa zwei Drittel der einst 80.000 Einwohner seien geflohen.

IS bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag auf einen Kontrollpunkt zwischen Sirte und Misrata am Mittwochabend bekannte sich der IS. Die Echtheit der Mitteilung war allerdings nicht überprüfbar.

Libyen ist seit dem mit westlicher Militärhilfe erreichten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahre 2011 nicht mehr zur Ruhe gekommen. Die IS-Terrormiliz hat das Machtvakuum und Chaos ausgenutzt, um sich immer weiter auszubreiten. Sie kontrolliert einen mehrere hundert Kilometer langen Küstenstreifen um Sirte. Eine von den UN unterstützte "Einheitsregierung" hatte zuletzt ihre Geschäfte in Tripolis aufgenommen. Sie soll zwei rivalisierende Regierungen ersetzen und den Machtkampf beenden. Allerdings ist sie im Land bisher kaum anerkannt. Am Montag beschlossen die fünf UN-Vetomächte und zahlreiche andere Staaten in Wien eine Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen, um der neuen Regierung im Kampf gegen den IS zu helfen. (APA, 19.5.2016)

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