Wirtschaftskammer und AMS suchen Mentoren für Migranten

18. Mai 2016, 17:20
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Zielgruppe sind gut ausgebildete Migranten, die bereits relativ gut Deutsch sprechen

Wien – Jobs für die zigtausend Flüchtlinge zu finden, die im Vorjahr nach Österreich gekommen sind, ist eine Mammutaufgabe. Auch jene, die gute Abschlüsse oder eine technische Ausbildung mitbringen, haben es zu Beginn schwer. Die Sprache ist neu, die Kultur fremd, Bekanntschaften sind meist nicht vorhanden.

Durch die hohe Zuwanderung hat ein Projekt von Wirtschaftskammer, Integrationsfonds und AMS, das seit Jahren läuft, nun an Bedeutung gewonnen. Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2016 sind knapp 230 Migranten für ein halbes Jahr von einem "Mentor" aus der Wirtschaft betreut worden. Zielgruppe sind gut ausgebildete Migranten, die bereits relativ gut Deutsch sprechen.

Netzwerke sehr wichtig

Um einen Job zu finden, seien Netzwerke sehr wichtig, sagte AMS-Chef Johannes Kopf bei der Präsentation der Zahlen. Das würden zahlreiche Studien nahelegen. In der vergangenen Runde waren knapp 50 Flüchtlinge dabei, die so Kontakte knüpfen konnten.

In Zukunft sollen es deutlich mehr sein. In den nächsten Jahren kommt das Programm für ein paar hundert Flüchtlinge in Frage, so Kopf. Der Hauptjob bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen falle aber weiterhin dem Arbeitsmarktservice zu. Derzeit seien 8000 Flüchtlinge mehr ohne Job als vor einem Jahr. Ökonomen erwarten, dass die Integration in den Jobmarkt schleppend verläuft. (sat, 18.5.2016)

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