Gewinneinbruch bei Bierriese SAB Miller vor Milliardendeal

18. Mai 2016, 17:17
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Obwohl der Bierabsatz um ein Prozent stieg, bleiben Dollarkurs und Turbulenzen in Afrika Belastungen

London – Der weltweit zweitgrößte Braukonzern SAB Miller bekommt vor der milliardenschweren Übernahme durch den Marktführer Anheuser-Busch Inbev den starken Dollar und Turbulenzen in Afrika zu spüren. Gerade das Afrika-Geschäft, auf das es AB Inbev mit den Übernahmeplänen abgesehen hat, brockte dem Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang ein.

Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn rutschte um gut 18 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar (2,4 Milliarden Euro), teilte SAB Miller am Mittwoch mit. Trotz eines gestiegenen Getränkeabsatzes und höherer Preise nahm die Wechselkursumrechnung dem britisch-südafrikanischen Konzern auch beim Umsatz den Wind aus den Segeln. Der Erlös des Konzerns mit Marken wie Pilsner Urquell, Grolsch, Miller und Foster's sackte gegenüber dem Vorjahr um ein Zehntel auf 19,8 Milliarden US-Dollar ab.

Ohne die Umrechnungseffekte sowie Zu- und Verkäufe wäre der Erlös um sieben Prozent gestiegen, rechnete das Unternehmen vor. Insbesondere in seinen beiden größten Märkten in Afrika und Lateinamerika wuchs der Konzern aus eigener Kraft überdurchschnittlich. In Europa stand unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten ein geringes Plus, in Nordamerika stagnierte das Geschäft.

Kosten durch Übernahme

Beim Gewinn machten sich aber Sonderbelastungen bemerkbar: Weil SAB Miller sich wegen Währungs- und Wirtschaftsturbulenzen teilweise aus Angola und dem krisengeplagten Südsudan zurückzieht, verbuchte der Konzern Kosten von mehr als einer halben Milliarde Dollar.

Auch die für das zweite Halbjahr angepeilte Übernahme durch AB Inbev verschlang bereits rund 160 Millionen Dollar. Der belgisch-amerikanische Konkurrent ist bereit, gut 71 Milliarden Pfund (91 Milliarden Euro) auf den Tisch zu legen und nach der Übernahme viele bekannte Marken an Dritte abzugeben.

Der Bierabsatz von SABMiller kletterte inklusive Gemeinschaftsunternehmen um ein Prozent auf 248,8 Millionen Hektoliter. Vorstandschef Alan Clark sprach angesichts wirtschaftlicher Schwankungen und der Ablenkung durch das Übernahmeangebot von AB Inbev von "guten Ergebnissen". Auf dem Londoner Aktienmarkt lag die Aktie bei über 42 Pfund mit einem knappen halben Prozent im Plus. Seit Monaten nähert sich der Kurs dem Angebotspreis an, der für den Großteil der Anteile bei 44 Pfund je Aktie liegt. (APA, 18.5.2016)

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