Das Cupfinale wird in jedem Fall historisch

18. Mai 2016, 13:09
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Bullen wollen als erstes Team drittes Double en suite fixieren – Admira träumt vom ersten Titel seit nicht weniger als 50 Jahren – Sorianos Einsatz wackelt

Salzburg – Das Cupfinale zwischen Titelverteidiger Red Bull Salzburg und Admira Wacker wird am Donnerstag (20.30 Uhr/live ORF eins) im Klagenfurter Wörtherseestadion in jedem Fall einen historischen Sieger bringen. Die "Bullen" peilen als erstes Team der heimischen Fußballgeschichte das dritte "Double" in Folge an, die Admira will erstmals seit genau 50 Jahren wieder einen Titel holen.

Lang, lang ist's her

Was zuletzt 1966 geklappt hat, könnte am Donnerstag Realität werden. Am 8. Juni 1966 schoss Anton "Burli" Herzog, Vater von ÖFB-Rekordteamspieler Andreas, die Admira im Endspiel gegen Rapid zum Double, das zugleich die bisher letzten Titel für den Klub bedeutete. Im Cup-Finale 2009 unterlag man der Wiener Austria nach Verlängerung mit 1:3.

Gierig nach Erfolgen ist natürlich aber auch Titelhamster Red Bull Salzburg. "Wir haben die einmalige Chance, das Double zum dritten Mal in Folge zu holen. Es wird an uns liegen, das Optimum abzurufen", meinte Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund. Auch Trainer Oscar Garcia nahm auf diese Besonderheit Bezug: "Es wäre etwas Historisches, das noch nie geschafft wurde. Das gibt eine Extra-Motivation." Er selbst hat gute Erinnerungen an den spanischen Pokalbewerb: "Ich war mit dem FC Barcelona zweimal im Finale, gegen Betis und Mallorca, einmal Elferschießen, einmal Verlängerung. Ich hoffe, dass wir es diesmal früher entscheiden können."

Soriano-Einsatz fraglich

Sein Landsmann Jonatan Soriano hat sich in der Liga bereits zum dritten Mal en suite die Torschützenkrone abgeholt, im Cup hat er allerbeste Karten auf den zweiten Titel in Folge, auch dann, wenn er nicht zum Einsatz kommt. Möglicherweise müssen die Salzburger nämlich auf ihren Goalgetter verzichten. Laut Garcia wird erst am Donnerstag feststehen, ob er mitkicken kann. Wegen einer Wadenverletzung fehlte er schon in den letzten drei Ligaspielen.

Während die Salzburger im laufenden Bewerb bereits 20 Mal ins Schwarze getroffen haben, hat es die Admira mit eher bescheidenen sieben Treffern bis ins Cupfinale geschafft und damit als Team genauso oft getroffen wie Soriano alleine. In der Cup-Torschützenliste liegt der Bundesliga-Torschützenkönig damit klar in Führung, schon im Vorjahr holte er mit ebenso vielen Treffern Platz eins.

Seine ersten Verfolger Rene Gartler (LASK), Josip Tadic (Sturm Graz) und Manuel Gavilan (Ried) halten bei je fünf Toren, sind aber allesamt aus dem Rennen. Dass Soriano von den Admiranern Lukas Grozurek, Stephan Zwierschitz, Peter Zulj oder Dominik Starkl (je 2) abgefangen wird, ist wohl auszuschließen. Ähnlich unwahrscheinlich dürfte es sein, dass seine Teamkollegen Takumi Minamino und Konrad Laimer (je 2) noch an ihn herankommen.

Nicht gänzlich auszuschließen ist jedoch, dass das 0:8-Ligadebakel aus dem vergangenen Oktober noch in den Köpfen der Südstädter herumspukt. "Wir haben von Salzburg einmal eine schwer auf den Kopf gekriegt, aber in einem Spiel ist alles möglich", sagte Admira-Coach Ernst Baumeister.

10.000 Euro warten auf den Fairplay-Champion

Neben dem Cuperfolg ist übrigens noch ein weiterer Titel zu holen. In der Fairplay-Wertung haben die beiden Finalisten nach wie vor Chancen auf den mit 10.000 Euro dotierten Sieg. Noch liegt aber der SKN St. Pölten mit 13,05 Punkten knapp vor Salzburg (12,80) und der Admira (12,45). Der Betrag wird zweckgebunden für Aktionen und Projekte im Bereich Fair-Play und Anti-Rassismus ausgeschüttet. (APA, red, 18.5.2016)

ÖFB-Cup, Finale, Donnerstag

Red Bull Salzburg – FC Admira Wacker Mödling
Wörtherseestadion Klagenfurt, 20.30 Uhr, live ORF 1, SR Schörgenhofer, Bundesliga-Saisonergebnisse 2015/16: 2:2 (a), 8:0 (h), 2:1 (a), 1:0 (h)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Walke – Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Berisha, Bernardo, Keita – Lazaro, Soriano/Reyna, Minamino

Ersatz: Stankovic – Upamecano, Schmitz, Lainer, Laimer, Schlager, Mukhtar, Hwang, Atanga, Oberlin

Es fehlen: Leitgeb, Yabo, Prevljak (alle Knie), Sörensen (Fuß), Damari (Adduktoren)

Fraglich: Soriano (Wade), Pehlivan (Prellung)

Admira: Siebenhandl – Ebner/Zwierschitz, Lackner, Wostry, Pavic – Toth, Malicsek – Bajrami, Knasmüllner, Spiridonovic – Grozurek

Ersatz: Kuttin – Wessely, Maranda, Posch, Ayyildiz, Blutsch, Starkl, Monschein, Sax

Es fehlen: Schößwendter (im Aufbautraining), Vastic (im Aufbautraining nach Kreuzbandriss), R. Schicker (Meniskusriss), Maier (Kreuzbandriss)

Fraglich: Ebner (Oberschenkel)

Der Weg ins Finale:

Salzburg:

1. Runde: Deutschlandsberger SC/Regionalliga 7:0 (a)
2. Runde: SV Horn/Erste Liga 3:2 n.V. (a)
Achtelfinale: SV Ried 4:2 (h)
Viertelfinale: Sturm Graz 1:0 (a)
Halbfinale: Austria Wien 5:2 (h)

Admira:

1. Runde: SV Schwechat/Regionalliga 4:2 i.E. (1:1 n.V./a)
2. Runde: SV Wallern/Regionalliga 4:2 i.E. (2:2 n.V./a)
Achtelfinale: FC Piberstein Lankowitz/Landesliga 1:0 (a)
Viertelfinale: Rapid Wien 1:0 (a)
Halbfinale: SKN St. Pölten/Erste Liga 2:1 (h)

  • Die Bullen wollen am Donnerstag wieder jubeln, sie peilen im Cupfinale das dritte Double en suite an.
    foto: apa/ krug

    Die Bullen wollen am Donnerstag wieder jubeln, sie peilen im Cupfinale das dritte Double en suite an.

  • Die Admiraner fahren allerdings nicht nach Klagenfurt um baden zu gehen.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Die Admiraner fahren allerdings nicht nach Klagenfurt um baden zu gehen.

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