VW-Skandal: Mehr als 100 Schadenersatzklagen in Deutschland

18. Mai 2016, 12:08
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Dutzende VW-Besitzer haben Klage eingereicht. Sie wollen eine Rückabwicklung ihres Kaufvertrags oder Schadenersatz

Braunschweig/Wolfsburg – Am Landgericht Braunschweig sind im Zuge des Abgasskandals bis jetzt 46 Klagen von Besitzern eines Autos von VW eingereicht worden. Sie würden entweder den jeweiligen Verkäufer des Fahrzeugs, ein Autohaus oder die Volkswagen AG, auf Rückabwicklung des Kaufvertrags oder den Konzern als Hersteller auf Schadenersatz verklagen, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Darüber hinaus lägen inzwischen 114 Schadensersatzklagen von Kapitalanlegern gegen den Konzern vor. Sie alle beklagen, dass Volkswagen den Aktienmarkt zu spät über die drohenden Konsequenzen der millionenfachen Manipulationen von Dieseln informiert hat.

Bald erste Urteile

Bereits in der kommenden Woche (24.5.) soll am Landgericht eine erste Urteilsverkündung im Prozess eines Audi-Besitzers gegen ein Autohaus erfolgen, hieß es. Für den Juni und Juli seien zudem fünf weitere Verhandlungen terminiert. Die bundesweit aufkommenden Schadenersatzklagen der Kapitalanleger werden alle in Braunschweig verhandelt. Dagegen können die Klagen von Autobesitzern auch an anderen Gerichten abgeurteilt werden. Entscheidend ist hier der Gerichtsstand des Beklagten. In etlichen Fällen haben Autobesitzer bisher aber keine Erfolg mit Klagen gehabt. (APA, 18.5.2016)

  • Autobesitzer und Anleger wollen vor Gericht verhindern, dass die Abgasaffäre ohne handfeste Folgen verpufft.
    foto: apa/dpa/julian stratenschulte

    Autobesitzer und Anleger wollen vor Gericht verhindern, dass die Abgasaffäre ohne handfeste Folgen verpufft.

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