Fotos ohne Kopftuch: Iranische Polizei verhaftet Instagram-Nutzerinnen

18. Mai 2016, 11:38
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Zumindest acht Models und auch andere Beteiligte betroffen – Mode-Events oft im Untergrund

Weil sie für Modefotos auf Instagram ohne Kopftuch posiert haben, hat die iranische Polizei laut Berichten nationaler Medien zumindest acht Models festgenommen. Inhaftiert wurden auch andere Menschen, die an der Entstehung der Bilder mitgewirkt haben sollen.

Im Iran gibt es eine Untergrund-Szene für Modeveranstaltungen, auf denen etwa Kleider von Frauen ohne Kopftuch präsentiert werden. Ein Verstoß gegen die Gesetze der "islamischen Republik". Ermittler haben insgesamt 170 Personen ausgeforscht, die an solchen Events und Foto-Sessions beteiligt gewesen sein sollen, schreibt Heise.

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Ein von Superga Iran (@superga_ir) gepostetes Foto am

Wer als iranische Frau auf Instagram ohne Kopftuch posiert, kann ins Visier der Justiz geraten.

Strenge Justiz

Während sich solche Modeaufnahmen auf Diensten wie Instagram oder dem verschlüsselten Messenger Telegram steigender Beliebtheit erfreuen, sind sie der Justiz ein Dorn im Auge. Die Regierung um Präsident Hassan Rohani gilt als vergleichsweise moderat gilt, die strengen religiösen Autoritäten des Landes machen ihren Einfluss allerdings über die Justiz geltend.

Auch andere Nutzer sozialer Medien mussten sich in der Vergangenheit für Kritik an der Regierung oder "unislamisches Verhalten" verantworten und wurden teils zu harten Strafen verurteilt. So wurde etwa eine Gruppe, die in einem Youtube-Clip zu Pharrell Williams Song "Happy" tanzte, zu 91 Peitschenhieben auf Bewährung verurteilt. (gpi, 18.05.2016)

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Heise

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