Grenzblockade bei Idomeni: Transporteure fordern Schadenersatz

18. Mai 2016, 10:36
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Bahnübergang an der griechischen Grenze zu Mazedonien seit 60 Tagen von Flüchtlingen besetzt

Athen – Österreichische und deutsche Transportunternehmen fordern laut Medienberichten von ihren griechischen Vertragspartnern Schadenersatz wegen der Blockade an der nordgriechischen Grenze zu Mazedonien. Dort besetzen Flüchtlinge seit 60 Tagen den Bahnübergang, Güterzüge können nicht mehr fahren.

Wie der Radiosender Athina 984 am Mittwoch berichtete, beläuft sich der Schaden allein für griechische Unternehmen bereits auf mehr als sechs Millionen Euro.

Teurer Umweg

Zwar gebe es eine Ausweichroute über Bulgarien, allerdings staue sich dort der Verkehr, und die Strecke erhöhe die Kosten für kleine und mittlere griechische Unternehmen, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben der Handelskammer von Thessaloniki dauert der Umweg über Bulgarien zwei Tage länger und kostet pro Zug bis zu 10.000 Euro mehr.

Flüchtlinge und Migranten blockieren die Gleise, um eine Öffnung der griechisch-mazedonischen Grenze und die Weiterreise nach Mitteleuropa zu erzwingen. Bisher hat die griechische Regierung stets betont, die Schienen nicht gewaltsam räumen zu wollen. Unter den rund 10.000 Menschen im Flüchtlingslager befänden sich viele Frauen und Kinder, der Einsatz von Gewalt sei deshalb keine Option. (APA, 18.5.2016)

  • Das provisorische Flüchtlingslager an der griechisch-mazedonischen Grenze. Das Foto wurde Anfang Mai aufgenommen.
    foto: afp photo / tobias schwarz

    Das provisorische Flüchtlingslager an der griechisch-mazedonischen Grenze. Das Foto wurde Anfang Mai aufgenommen.

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