Iran und Saudi-Arabien von Syrien-Gesprächen enttäuscht

18. Mai 2016, 10:27
15 Postings

Irans Außenminister Zarif: "Wiederholung dessen, was wir schon bei vorherigen Treffen hatten"

Teheran – Der Iran hat enttäuscht auf die Ergebnisse der Syrien-Gespräche in Wien reagiert. "Die Diskussionen waren zu allgemein und nur eine Wiederholung dessen, was wir schon in den vorherigen Treffen hatten", sagte Außenminister Mohammed Javad Zarif am Mittwoch der Nachrichtenagentur Irna.

Ziel der Gespräche sollte ein Ende des Konflikts über einen politischen Dialog sein. Alles andere würde seiner Einschätzung nach nur eine Fortsetzung der regionalen und überregionalen Bedrohung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zur Folge haben. Der Iran gehört gemeinsam mit Russland zu den wichtigsten Verbündeten von Syriens Machthaber Bashar al-Assad.

Saudischer Plan B zu Friedensgesprächen

Auch der sunnitische Regionalrivale des Iran, Saudi-Arabien, reagierte enttäuscht über den mangel an Fortschritten. Außenminister Adel al-Jubeir brachte schon nach dem Treffen am Dienstag stärkere Militärhilfe für die Opposition ins Gespräch. "Unserer Ansicht nach hätten wir schon vor einiger Zeit zu 'Plan B' wechseln sollen". Wenn die Regierung von Präsident Bashar al-Assad nicht auf die Vorschläge der Staatengemeinschaft eingehe, "werden wir schauen müssen, was sonst gemacht werden kann".

An dem Treffen in Wien hatten Vertreter der USA, Russlands und zahlreicher weiterer Staaten teilgenommen. Ziel war es, den brüchigen Waffenstill in dem Bürgerkriegsland zu retten. Ein Termin für ein weiteres Treffen wurde zunächst nicht vereinbart. (Reuters, APA, red, 18.5.2016)

Share if you care.