"Uncharted 4": Tausende Fans unterschreiben Petition gegen einzig negative Wertung fürs Spiel

18. Mai 2016, 10:15
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"Washington Post" sieht sich dem Groll vieler Spieler ausgesetzt

Bereits knapp 8.000 Fans sprechen sich seit Ende vergangener Woche in Form einer Onlinepetition gegen die Rezension des Spiels "Uncharted 4: A Thief's End" der Zeitung "Washington Post" aus. Der Grund dafür: Unter den dutzenden bislang auf Rezensionsaggregatoren wie Metacritic gesammelten Beiträgen ist es die einzig negative Kritik zu dem ansonsten durch die Bank vielgelobten Action-Adventure. Mit einer Bewertung von 4/10 Punkten handle es sich laut dem Organisator der Petition um eine unangemessene Kritik, die noch dazu die hohe Durchschnittswertung, den Metascore, des Werks verwässere. Ziel der Petition ist es, die Entfernung besagter Wertung von Metacritic zu erwirken.

Kritik an der Kritik

Tatsächlich handelt es sich mit Abstand um die schlechteste Bewertung für "Uncharted 4". Die nächstschlechteren Wertungen beginnen bei 8/10 Punkten. Darin kritisiert Autor Michael Thomsen, der sich selbst als "kein Fan der Serie" bezeichnet, unter vielen anderen Punkten auch, dass der vierte Teil "weniger ein Abschluss von Nathan Drakes Story ist, als eine Bestätigung für das unschlüssige Wrack, das sie immer schon war."

"Man sollte diese Rezension von Metacritic entfernen und eine neue veröffentlichen, die eine Daseinsberechtigung hat", heißt es in der Petition gegen Thomsens Kritik. "Ihr seid die 'Washington Post', um Himmels Willen, kein Tagebuch eines Zwölfjährigen. Behandelt das Spiel professionell und mit Respekt."

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Video: Wir spielen "Uncharted 4".

Ungereimtheiten

Es ist dabei zweifelsfrei nicht das erste Mal, dass eine Spielwertung für Diskussionsstoff unter Fans sorgt. In diesem Fall sorgt allerdings nicht nur der große Abstand zu den restlichen Wertungen für Aufregung, sondern auch das etwas intransparente Rezensionssystem der "Washington Post" selbst. Laut einer "Forbes"-Recherche bittet die Washington Post nämlich ihre Autoren, ihren Rezensionen eine Wertung mitzugeben, die dann zwar bei Metacritic eingereicht werden, aber nicht zwangsweise auf der Seite der Rezension erscheinen müssen. Im Fall von "Uncharted 4" scheint die Wertung nachträglich aus dem Text entfernt worden zu sein, zumindest stand sie laut einigen Lesern vor einigen Tagen noch im Artikel.

"Angesichts der aktuellen Situation wäre es vielleicht wirklich besser, wenn die Wertung 4/10 nicht auf Metacritic erscheint", schreibt "Forbes"-Autor Paul Tassi. "Trotzdem ist das eine weitere Erinnerung daran, dass Wertungen ein schädlicher Einfluss für die Videospielindustrie sind und niemand aufgrund seiner Meinung an den Pranger gestellt werden sollte, egal wie unpopulär sie ist." Rezensionen seien schlussendlich nie mehr als die Meinung von Einzelpersonen. (zw, 18.4.2016)

  • Rezensionen bleiben Meinungen, mit denen man nicht einverstanden sein muss.
    foto: uncharted 4

    Rezensionen bleiben Meinungen, mit denen man nicht einverstanden sein muss.

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