Sanders gewinnt in Oregon, Clinton knapp in Kentucky

18. Mai 2016, 16:17
367 Postings

In Oregon wählten auch die Republikaner: Trump hat keinen Gegenkandidaten mehr

Washington – Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat die Vorwahl im US-Bundesstaat Oregon gewonnen. Favoritin Hillary Clinton siegte in Kentucky – allerdings mit einem so knappen Vorsprung, dass die US-Fernsehsender lange zögerten, sie zur Siegerin zu erklären.

Der einzige republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump kündigte derweil zwei außenpolitische Kurswechsel an, sollte er Präsident werden.

Knapper Vorsprung in Kentucky

Nach Auszählung von 99,8 Prozent der abgegebenen Stimmen lag Clinton in Kentucky bei 46,8 Prozent und damit nur 0,5 Prozentpunkte vor Sanders – was einem Vorsprung von weniger als 2.000 Stimmen entsprach. In Oregon kam Sanders am Dienstag auf 53 Prozent und Clinton auf 47 Prozent der Stimmen.

"Wir haben soeben Kentucky gewonnen", schrieb Clinton noch vor Auszählung aller Stimmen auf Twitter. "Allen sei Dank, die zur Wahl gegangen sind." Kurz darauf folgte für sie jedoch die Nachricht von der Niederlage in Oregon. Obwohl er Clinton die Kandidatur kaum noch nehmen kann, bleibt Sanders im Rennen. "Soeben haben wir Oregon gewonnen, und wir werden in Kalifornien siegen", sagte der 74-Jährige vor tausenden Anhängern in der kalifornischen Stadt Carson. Die Vorwahl im größten US-Bundesstaat findet am 7. Juni statt. Unter riesigen Beifallrufen unterstrich Sanders erneut, dass er bis zur letzten Stimme kämpfen werde.

Junge für Sanders

Sanders punktet vor allem bei jungen Wählern. Clinton hingegen hat Probleme, die jungen Leute sowie die weiße Arbeiterschicht zu begeistern. In Kentucky hoffte sie, ihr Manko bei den Arbeitern wiedergutzumachen. Dort hatte sie 2008 bei der Vorwahl gegen Barack Obama gewonnen, ihr Mann Bill hatte als letzter Demokrat bei einer Präsidentschaftswahl den Staat für sich gewinnen können.

Unterdessen galt der Sieg Trumps bei der Vorwahl der Republikaner in Oregon als sicher. Der einzige verbliebene Bewerber der Republikaner rückt damit der Zahl von 1.237 Delegiertenstimmen immer näher, die er für seine Nominierung benötigt. Angesichts dessen bemüht sich Trump offenbar um ein gemäßigteres Auftraten. Unter anderem legte er seinen monatelangen erbitterten Streit mit der Starmoderatorin von Fox News, Megyn Kelly, bei: In einem Exklusivinterview mit Kelly entschuldigte er sich für einige seiner Wahlkampfpöbeleien, die besonders weit unter die Gürtellinie gingen und deren Opfer oftmals auch die 45-jährige TV-Moderatorin war.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters kündigte er gleichzeitig einen radikalen Kurswechsel in der Nordkorea-Politik der USA an. Als Präsident würde er mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un reden, um den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu lösen, sagte Trump. Die USA unterhalten seit Ende des Koreakriegs 1953 keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea und versuchen das Land mit Sanktionen und internationaler Isolierung von seinem Atomprogramm abzubringen.

Gleichzeitig sprach sich Trump dafür aus, das Klimaabkommen von Paris neu zu verhandeln. Er sei "kein großer Fan" des Abkommens. Es sei für die USA unfair und bevorzuge Länder wie China. (APA, dpa, 18.5.2016)

  • Hillary Clinton macht ein Foto.
    foto: reuters/aaron p. bernstein

    Hillary Clinton macht ein Foto.

Share if you care.