Bei Unicredit steht Umbau zur Diskussion

17. Mai 2016, 18:03
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Experten sprechen von zu hohen Kosten der Bank-Austria-Mutter

Bei der Bank-Austria-Mutter Unicredit wird neuerdings über eine Änderung im Topmanagement diskutiert. Am Pfingstmontag haben Großaktionäre dem Bankpräsidenten Giuseppe Vita ein Mandat erteilt, die Governance der Bank zu verbessern.

Dem seit 2010 amtierenden Bankchef Federico Ghizzoni wird nicht nur die schwache Kapitaldecke mit einer Kernkapitalquote von 10,5 Prozent vorgeworfen. Auch haben die Unicredit-Aktienkurse seit dem im November erneuerten Geschäftsplan um 48 Prozent nachgegeben.

Ein Mailänder Banker meinte dazu: "Bei Unicredit gibt es eine Vielfalt von Entscheidungszentren, es fehlt weder an Kapital noch an Managerqualität, sondern der Schwachpunkt sind die übermäßig hohen Kosten."

CEO Ghizzoni hatte kürzlich nicht nur eine Kapitalerhöhung dementiert, sondern dem STANDARD versichert, dass es bei der Bank Austria zu keinen weiteren Kostensenkungen kommen werde. Nun zeigen sich Analysten skeptisch, ob derartige Versprechungen auch von einem neuen CEO eingehalten werden.

Als möglicher Nachfolger von Ghizzoni stehen mehrere Namen zur Auswahl: U. a. werden Andrea Orcel und Sergio Ermotti von der UBS, Marco Morelli (Merrill Lynch) aber auch Mediobanca-Chef Alberto Nagel genannt. Die Schwierigkeiten der Nachfolgerwahl verzögern angeblich den Managerwechsel. Zur Diskussion steht auch, dass Präsident Giuseppe Vita entweder durch Ghizzoni selbst oder aber durch Lucrezia Rechlin, unabhängiges Board-Mitglied, ersetzt wird. Zu denken gibt, dass die Drahtzieher des geplanten Managementwechsels keine anderen sind, als die, die vor sechs Jahren Unicredit-Chef Alessandro Profumo zum Rücktritt gezwungen hatten. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 17.5.2016)

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