Glyphosat: Panikmache

Kommentar17. Mai 2016, 19:24
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Die Keule, die Greenpeace und Global 2000 schwingen, ist etwas groß geraten

Man muss Glyphosat nicht mögen. Einen Beliebtheitswettbewerb werden Pestizide ohnehin nie gewinnen. Gegen den Einsatz des Spritzmittels, um den in Europa ein heftiger Streit entbrannt ist, kann man aus Umweltgründen allemal sein. Doch die Keule, die jetzt Greenpeace und Global 2000 schwingen, ist etwas groß geraten. Nachdem der Vorwurf der krebserregenden Wirkung durch eine umfassende Uno-Untersuchung abgeschmettert wurde, wird nun einigen Studienautoren ein Naheverhältnis zur Industrielobby unterstellt. Ohne Beweise anzuführen – versteht sich.

Wenn es um die Lebensmittelsicherheit geht, sind europäische Konsumenten heikel, österreichische gar argwöhnisch. Gut so: Der Druck auf die Industrie, ökologisch zu produzieren, wächst dadurch. Doch derzeit überschreiten einige Organisationen die Grenze zwischen Druckausübung und Panikmache. Das kommt bei vielen Medien gut an, lassen sich doch daraus knallige Schlagzeilen formen, wie erst kürzlich die Veröffentlichung von TTIP-Geheimdokumenten zeigte. Dass das Dossier die "massive Bedrohung von Umwelt- und Lebensmittelstandards bestätigt", hat sich zwar in keiner Weise bewahrheitet.

Doch der Zweck – in Form des öffentlichen Niederschlags der Botschaft – heiligt offenbar die Mittel. Auf der Strecke bleibt dabei der Konsument, der grob verunsichert wird. Und zusehends auch die Glaubwürdigkeit mancher NGOs. (Andreas Schnauder, 17.5.2016)

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