Finalliebhaber fordern Finalexperten

17. Mai 2016, 17:33
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Zum dritten Mal in Folge könnte der FC Sevilla in Basel die Europa League für sich entscheiden. Der FC Liverpool hat freilich etwas dagegen. Trainer Jürgen Klopp will seine Finalbilanz aufbessern. Der Sieger darf sich jedenfalls königlich freuen

Basel – Jürgen Klopp liebt Endspiele. Immer noch. "Je größer der Druck ist, desto cooler bin ich. Ich stehe auf diese Alles-oder-nichts-Situationen – aber nur weil man alles bekommen kann", sagte Klopp. Für den deutschen Trainer steht wieder ein Endspiel an, jenes in der Europa League mit dem FC Liverpool und gegen den Titelverteidiger FC Sevilla in Basel. Seine letzten vier Endspiele als Trainer hat Klopp allerdings verloren. Das soll sich ändern. Sieben Monate nach seinem Amtsantritt an der Anfield Road will Klopp die Reds zum ersten internationalen Titel seit elf Jahren führen: "Jetzt wollen wir alles! Und wir werden alles für diesen wunderbaren Verein geben."

Der 48-Jährige würde mit einem Erfolg gegen die Europa-League-Spezialisten aus Andalusien die Liverpooler Trainerlegenden Bill Shankly und Bob Paisley überflügeln. Shankly (fünf Jahre) und Paisley (zwei Jahre) war kein Titel auf Anhieb mit den Reds vergönnt gewesen. "Als ich kam, konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir das Finale erreichen. Es war ein langer Weg", sagte Klopp, der die Chancen gleichmäßig verteilt sieht: "Es ist eine 50:50-Situation. Es gibt keinen Favoriten."

Verdrängen

Seine schwache Finalbilanz verdrängt Klopp. In seinem bisher einzigen internationalen Finale unterlag er mit Borussia Dortmund 2013 in der Champions League im Londoner Wembley Bayern München (1:2). Niederlagen in Pokalendspielen gegen Bayern (2014) und VfL Wolfsburg (2015) folgten, mit Liverpool verlor er das League-Cup-Finale im Elfmeterschießen gegen Manchester City.

Mittelfeldspieler Emre Can ist jedenfalls vom Sieg überzeugt. "Wir fahren nicht umsonst nach Basel." Es werde natürlich nicht einfach, "aber uns zu schlagen ist auch nicht einfach". Sevilla freilich ist ein Spezialist für die Europa League, gewann sie viermal, zuletzt zweimal in Folge. "Wir Sevillistas spüren etwas Besonderes in diesem Wettbewerb, er hat uns viel gegeben, wir leben ihn mit Begeisterung", sagte Trainer Unai Emery. Liverpool wird natürlich nicht unterschätzt. "Es ist ein großer Gegner mit einer bemerkenswerten Geschichte", sagte Emery, der vor allem auf Torjäger Kevin Gameiro setzt. Der 29-jährige Franzose erzielte in der laufenden Europa-League-Saison bereits sieben Treffer.

Das Königspaar fehlt

Verzichten muss Sevilla hingegen auf Unterstützung von allerhöchster Stelle. König Felipe und Königin Letizia haben andere Verpflichtungen. Immerhin kommt der abgedankte König Juan Carlos, eigentlich ein Fan von Real Madrid, nach Basel.

Apropos königlich: Der Finalsieger erhält neben dem Wanderpokal und einem satten Preisgeld ein Startrecht für die Gruppenphase der nächsten Champions League. (sid, red, 17.5.2016)

Europa League, Finale, Mittwoch

FC Liverpool – FC Sevilla
Basel, St.-Jakob-Park, 20.45 Uhr, live Puls 4, SR Jonas Eriksson (Schweden)

Mögliche Aufstellungen:

Liverpool: Mignolet – Clyne, Toure, Lovren, Moreno – Can, Milner – Lallana Firmino, Coutinho – Sturridge

Ersatz: Bogdan – Skrtel, Caulker, Henderson, Lucas, Benteke, Carlos

Es fehlen: Sakho (gesperrt), Gomez (verletzt)

Trainer: Jürgen Klopp (GER)

Sevilla: Soria – Coke, Rami, Fazio, Escudero – Vitolo, Iborra, N'Zonzi, Konoplyanka – Llorente, Munoz

Ersatz: Beto, Carrico, Gonzalez, Banega, Fernandez, Gameiro, Mariano

Es fehlen: Reyes, Krohn-Dehli, Andreolli, Tremoulinas (alle verletzt)

Trainer: Unai Emery (ESP)

  • Jürgen Klopp hofft auf seinen ersten internationalen Titel.
    foto: reuters/yates

    Jürgen Klopp hofft auf seinen ersten internationalen Titel.

  • Gut möglich, dass der FC Sevilla in Basel wieder jubeln darf.
    foto: apa/guerrero

    Gut möglich, dass der FC Sevilla in Basel wieder jubeln darf.

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