90 Prozent der Migranten kommen durch Schlepper in die EU

17. Mai 2016, 16:08
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Interpol und Europol legen gemeinsamen Bericht vor – Anteil dürfte noch weiter steigen

Den Haag / Lyon – Mehr als 90 Prozent der Migranten, die in die EU einreisen, werden geschleppt. Das ist eine der Kernaussagen eines am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Berichts der europäischen Polizeiagentur Europol und von Interpol. Die Behörden glauben außerdem, dass diese Zahl weitersteigen wird – als Folge der Kontrollmechanismen, die die Länder entlang der Schlepperrouten eingezogen haben.

Die Polizeiorganisationen erwarten, dass auch die Zahl der Migranten, die in die EU wollen, 2016 weitersteigen wird. Alleine in Libyen würden 800.000 Menschen darauf warten, in die Europäische Union weiterzufahren. Die Polizeibehörden warnten auch davor, dass ein Anstieg der Schlepperkriminalität auch bedeuten könnte, dass Migranten noch verwundbarer für sexuelle und Arbeitsausbeutung sind, da sie ihre Schulden bei den Menschenschmugglern bezahlen müssen.

Schlepper sind laut Europol und Interpol in lose verbundenen Netzwerken organisiert, die sich über alle Reiserouten erstrecken. Die Behörden haben nach eigenen Angaben mehr als 250 Hotspots für Menschenschmuggel sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU identifiziert. Und es ist ein multinationales Milliardengeschäft: Personen aus mehr als 100 Staaten wurden als Verdächtige ausgemacht. 2015 seien etwa fünf bis sechs Milliarden US-Dollar (4,42 bis 5,30 Milliarden Euro) in der Schlepperei umgesetzt worden. Nicht zuletzt: Europol und Interpol befürchten, dass der Anstieg der Schlepperei auch das Risiko von Terrorattacken erhöht. (APA, 17.5.2016)

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