Das beste Stück ... nachgefragt bei Hans-Peter Wipplinger

Kolumne24. Mai 2016, 09:49
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Michael Hausenblas fragt den Direktor des Leopold-Museums, warum er auf alte Bücher abfährt

"Ich liebe und sammle alte Bücher und bin regelmäßig in Antiquariaten zu finden. Würde man mich in zwei Wochen nach meinem 'besten Stück' fragen, wäre es bestimmt schon wieder ein anderes Büchlein. Im Moment ist es der Klassiker Afrikanische Legenden, mit dem ich auf dem Foto zu sehen bin.

Herausgegeben wurde die aufwendig gestaltete Publikation 1925 in Berlin. Und zwar vom Kunsthistoriker und Schriftsteller Carl Einstein, der sich schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit Picasso, Braque und Gris in Paris herumgetrieben hat. In diesem Buch setzt er sich sehr intensiv mit der Ästhetik der afrikanischen Kunst auseinander.

Mich fasziniert an solchen Büchern, dass die Denkweise darin die der damaligen Zeit ist. Das ist etwas komplett anderes, als wenn ein Thema über Jahrzehnte durch die Kunstgeschichte getrieben wurde. Allein schon durch die Tatsache, dass die Autoren dieser Kunstbücher die Protagonisten der klassischen Moderne mitunter selbst kannten. Es geht mir um den authentischen Originalton." (Michael Hausenblas, RONDO, 24.5.2016)

Hans-Peter Wipplinger ist Direktor des Leopold-Museums im Wiener Museumsquartier.

  • Hans-Peter Wipplinger geht es bei alten Büchern um den "authentischen Originalton".
    foto: nathan murrell

    Hans-Peter Wipplinger geht es bei alten Büchern um den "authentischen Originalton".

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