Nachwehen von Peking 2008: 31 Athleten gedopt

17. Mai 2016, 15:23
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IOC-Nachtests überführen 31 Athleten aus 12 Ländern

Lausanne – 31 überführte Doper bei Olympia in Peking und noch 250 weitere Nachtests der Spiele aus London: Zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro greift das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Kampf gegen Betrüger durch und will zusätzlich auch die massiven Dopingvorwürfe gegen Russland bei den Winterspielen 2014 in Sotschi vollständig aufklären. "Das Ziel ist zu verhindern, dass Dopingbetrüger nach Rio kommen", teilte das IOC mit.

Erstes Ergebnis: 31 Athleten aus sechs Sportarten und zwölf Ländern wurden in der ersten Nachtestwelle erwischt. Zunächst wurden weder Namen der Athleten noch der betroffenen Länder genannt. Insgesamt wurden 454 Proben mit neuen Analysemethoden untersucht. Der Fokus lag auf Sportlern, die noch in Rio an den Start gehen könnten.

"Dadurch, dass wir den Start von so vielen gedopten Athleten verhindern, zeigen wir einmal mehr unseren Willen, die Integrität der olympischen Wettbewerbe zu beschützen", sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Die betroffenen nationalen Verbände sollen in den kommenden Tagen benachrichtigt werden. Allen überführten Sportlern droht das Aus für die Spiele in Rio.

Untersuchungen zu Sotschi

Und womöglich droht noch weiteren Betrügern Ungemach: In Kürze sollen die Ergebnisse weiterer 250 Nachtests von den Olympischen Spielen 2012 in London bekanntgegeben werden. Zusätzlich soll sich ein weiteres Programm explizit mit Medaillengewinnern aus Peking und London beschäftigen. Auch Proben von womöglich nachträglich dekorierten Medaillengewinnern werden erneut untersucht.

"Alle diese Maßnahmen sind ein bedeutender Schlag gegen die Betrüger, die wir nicht gewinnen lassen werden. Doper haben keinen Platz, sich zu verstecken", sagte Bach. Die zuletzt erhobenen Vorwürfe gegen Russland bei den Winterspielen in Sotschi nannte Bach "besorgniserregend". Diese sollen nun ebenfalls untersucht werden. In Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada soll das Anti-Doping-Labor in Lausanne die Proben in Sotschi auf die "effizienteste und wissenschaftlich sauberste" Art analysieren. Klassische Nachtests wie bei den Proben aus Peking und London sind dies allerdings nicht.

Denn nach den Anschuldigungen des damaligen Leiters des Anti-Doping-Labors, Gregori Rodtschenkow, könnten solche "klassischen" Nachtests eventuell gar nichts nützen. Rodtschenkow hatte davon berichtet, dass er unter Mithilfe des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB angeblich mehr als 100 Dopingproben russischer Athleten in Sotschi ausgetauscht hatte. Ob davon auch die für Nachtests geeigneten "B-Proben" betroffen waren, erklärte er nicht. Rodtschenkow berichtete zudem von einem staatlichen Dopingsystem vor und während der Spiele in Sotschi. Dutzende russische Sportler, darunter mindestens 15 Medaillengewinner, sollen gedopt an den Start gegangen sein.

Das IOC forderte die Wada am Dienstag auf, eine Untersuchung der massiven Dopingvorwürfe bei den Spielen in Sotschi einzuleiten. Gleichzeitig hielt das IOC das nationale Olympische Komitee Russlands an, vollumfassend bei den Ermittlungen zu kooperieren. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Untersuchung werde das IOC unverzüglich handeln, hieß es. (sid, 17.5.2016)

  • "Das spür ich im Urin!"
    foto: ap/bukaty

    "Das spür ich im Urin!"

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