Literaturfest Salzburg: Im bunten Lesegarten

17. Mai 2016, 14:40
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Von Mittwoch bis Sonntag sind u.a. Dzevad Karahasan, Adolf Muschg, Bettina Balàka, Teresa Präauer und Bodo Hell zu erleben

Das Salzburger Literaturfest steht im Zeichen der Gegenwärtigkeit – und reflektiert damit auch die Schrecken der Vergangenheit und Zumutungen der Zukunft. Zum Auftakt gibt es in der Universitätsaula Sprachspielereien samt musikalischen Zwischentönen von Vila Madalena: Dzevad Karahasan ist einer der wichtigsten bosnischen Gegenwartsautoren. In seiner Essaysammlung Tagebuch der Aussiedlung verarbeitete er die Belagerung Sarajevos. "Grenzgänge zwischen Islam und Christentum", so lautet der Untertitel von Das Buch der Gärten, in dem er über den Schmelztiegel der Kulturen und Religionen nachdenkt.

Der Schweizer Adolf Muschg liest aus einem märchenhaften Roman, Die japanische Tasche: Freundschaft und Liebe, Abschied und Verluste sind seine Themen. Jens Nielsens Flusspferd im Frauenbad setzt der Realität fantastisch-skurrile Miniaturen entgegen. Eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Lyrik liefert Monika Rincks Essaysammlung Risiko und Idiotie.

Am Donnerstag geht es vergnüglich weiter: Bettina Balàkas Roman Die Prinzessin von Arborio schließt Krimi und Lovestory kurz. In Lucia Binar und die russische Seele porträtiert Vladimir Vertlib eine alte Dame. Die in Paris lebende Gila Lustiger denkt im Essay Erschütterung über den Terror nach.

Im Zeichen von Sprach- und Affenmasken steht am Freitag Teresa Präauers Textperformance Oh, Schimmi!, danach spricht sie mit Modetheoretikerin Barbara Vinken. Ein ausgewiesener Grenzgänger ist auch Bodo Hell, der Anfang der 1980er vom oberen Stock des Autobusses der Linie 13A Straßen- und Hausschilder fotografierte und diese für Stadtschrift mit eigenen Texten kombinierte. Am Samstag. (dog, 17.5.2016)

18.-22.5.: Uni/Aula (heute: 19.30), u. a. Hotel Auersperg, republic, Academy Café-Bar, Jazzit

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Literaturfest Salzburg

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