Servicestelle koordiniert künftig Freiwilligenarbeit in Salzburg

17. Mai 2016, 15:56
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Caritas, Hilfswerk, Diakonie, Samariterbund und Land Salzburg gründen Freiwilligenzentrum

Salzburg – Bei der Versorgung der Transitflüchtlinge in Salzburg im Sommer des Vorjahres hat sich eine ganz eigene Dynamik der Freiwilligenarbeit entwickelt. Ehrenamtliche Helfer haben sich selbst organisiert und mit den etablierten Hilfsorganisationen zusammengearbeitet.

"Die Flüchtlingskrise hat gezeigt, dass sich Freiwilligenarbeit verändert", sagt der Salzburger Caritas Direktor Johannes Dines. Das sei auch der Auslöser gewesen, die Arbeit ehrenamtlich Engagierter auf breitere Beine zu stellen. Das Land Salzburg hat deshalb in Kooperation mit Caritas, Diakoniewerk, Hilfswerk und Arbeiter-Samariter-Bund ein Freiwilligenzentrum gegründet.

Nahtstelle zwischen Freiwillige und Organisationen

Mit der neuen, organisationsübergreifenden Servicestelle soll die Freiwilligenarbeit im Bundesland auf eine breite Basis gestellt und auch die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen intensiviert werden. Das Zentrum unterstützt Ehrenamtliche mit Beratung, Schulungen und Ausbildungen und soll auch Einrichtungen und Organisationen, die freiwillige Mitarbeiter suchen, beraten. Das Freiwilligenzentrum soll als Nahtstelle zwischen Freiwilligen und Organisationen fungieren und auch Öffentlichkeitsarbeit für die Freiwilligenarbeit betreiben, erklärt Dines.

Vereinsfrei, flexibel und zeitlich beschränkt

"Wir müssen uns von der Vereinszugehörigkeit von Freiwilligen lösen", sagt der Direktor des Hilfswerks Salzburg, Hermann Hagleitner. Heute sei die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit viel mehr an die Sache geknüpft und weniger an einzelne Organisationen. Deshalb müssten sich auch die Rahmenbedingungen ändern. Freiwilligenarbeit müsse auch flexibel und zeitlich beschränkt möglich sein, betont Hagleitner.

"Es geht nicht darum, Lücken zu füllen oder einen Ersatz für Hauptberufliche zu finden", betont der Caritas-Direktor. Die ehrenamtliche Arbeit sei "kein Notnagel", sondern eine wichtige Ergänzung, die auch einer Spaltung der Gesellschaft entgegenwirke und die Solidarität fördere. "Mit dem Freiwilligenzentrum schließen sich vier der größten Dienstleistungsanbieter im Sozialbereich zusammen – mit dem gemeinsamen Ziel, ehrenamtliches Engagement weiter zu professionalisieren", sagt Hagleitner.

"Salzburg hilft"-Online-Börse für Freiwillige

Eine Online-Freiwilligenbörse soll zudem potenzielle Ehrenamtliche und Hilfsorganisationen zusammenbringen. Menschen, die sich engagieren wollen, können zielgenau angeben, an welchem Tag sie für freiwillige Arbeit Zeit hätten, mit welchen Menschen sie zusammenarbeiten wollen und welche Hilfsdienste sie interessieren würden. Organisationen können gleichzeitig Gesuche für ehrenamtliche Tätigkeiten ausschreiben.

"Die Flüchtlings- und Sozialarbeit wäre unmöglich ohne Freiwillige. Nur gemeinsam schaffen wir die Herausforderungen unserer Gesellschaft", sagt Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne). Das Land fördert die Einrichtung mit 30.000 Euro. Die vier Hilfsorganisationen beteiligen sich mit jeweils 7.500 Euro. Auch der Salzburger Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) betont: "Ohne Freiwilligenarbeit wären wir nicht in der Lage, den Sozialstaat in dieser Qualität aufrechtzuhalten." Eine reine finanzielle Ausstattung sei zu wenig. (Stefanie Ruep, 17.5.2016)

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