Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie

17. Mai 2016, 08:00
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Heinisch-Hosek: "Jede Art von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ist strikt abzulehnen"

Buenos Aires/Wien – Der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie am 17. Mai soll Gewalt und Diskriminierung anprangern. Das Datum geht auf die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 17. Mai 1990 zurück, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Den Gedenktag gibt es seit dem Jahr 2004.

Mittlerweile wird er in mehr als 130 Ländern begangen. Mehrere Staaten und internationale Institutionen haben ihn mittlerweile offiziell anerkannt – wie im April 2007 zum Beispiel das Europäische Parlament. Der Name des Gedenktages wurde im Laufe der Zeit erweitert: 2009 kam Transphobie dazu, sechs Jahre später Biphobie.

Prominente Vorbilder

Mehrere Prominente haben sich in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit als Trans-Menschen zu erkennen gegeben. So gab es viel Aufmerksamkeit für Caitlyn Jenner – sie lebte früher als Bruce Jenner und wurde als Spitzensportler und Stiefvater von Fernsehpromi Kim Kardashian bekannt.

Transsexualität gilt trotz prominenter Vorbilder oft immer noch als Tabu. "Jede Art von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ist strikt abzulehnen", hält Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) dazu in einer Aussendung fest. Sie spricht sich zugleich für eine "wahre Gleichstellung" in Sachen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus.

Unterschiedliche Begriffe

Transsexuelle identifizieren sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Ihnen ist es oft ein Bedürfnis, ihren Körper etwa mit Hormonen oder mit Operationen dem bevorzugten Geschlecht anzugleichen.

Der Begriff Transgender wird häufig synonym verwendet, was nicht immer korrekt ist. Bei Transgender-Menschen unterscheidet sich das soziale vom biologischen Geschlecht, sie lassen ihren Körper aber nicht unbedingt verändern. Menschen, die zum Beispiel als Frau leben, aber Geschlechtsmerkmale eines Mannes haben, bezeichnen sich als Transgender.

Um die verschiedenen Bezeichnungen und Selbstverständnisse zusammenzufassen, benutzt die Community manchmal den Begriff "Trans*" (also mit Sternchen).

Rechtliche Situation

Aus fast allen Ländern der Welt werden immer noch Anfeindungen von Trans-Menschen gemeldet. In weiten Teilen Mittel- und Südamerikas sehen sie sich heftiger Gewalt, Folter und Vergewaltigungen ausgesetzt, auch in Europa kommen gewaltsame Angriffe vor.

In Argentinien haben Trans-Personen trotz der gesellschaftlichen Diskriminierung rechtlich gesehen weitaus mehr Freiheiten als in anderen Ländern. 2012 trat eines der weltweit liberalsten Gender-Gesetze in Kraft, das jedem Argentinier erlaubt, seine sexuelle Identität ohne bürokratischen Aufwand selbst zu bestimmen.

Debatte in den USA

In den USA gab es kürzlich einen öffentlichen Aufschrei wegen eines Gesetzes in North Carolina vom März 2016. Der US-Staat schreibt vor, dass Transgender in öffentlichen Gebäuden jene Toiletten nutzen müssen, die mit dem Geschlechtsvermerk in ihrer Geburtsurkunde übereinstimmen. (APA, 17.5.2016)

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