Rapid steigt bei Ligareform auf die Bremse

16. Mai 2016, 19:10
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Hütteldorfer sehen derzeit weder dringenden Handlungsbedarf noch das Vorliegen entscheidungsreifer Konzepte und treten daher für eine "Evaluierungsphase" ein

Wien – Rapid steigt bei der zuletzt intensiv debattierten Ligareform im österreichischen Fußball auf die Bremse. In einem am Montag auf seiner Homepage veröffentlichten offenen Brief an "die Bundesliga und ihre Klubs, den ÖFB sowie an Medien und die fußballinteressierte Öffentlichkeit" sprachen sich die Wiener gegen eine vorschnelle Einführung eines 12/16-Formats für Bundesliga und zweithöchste Spielklasse aus.

Eine Reform werde nicht per se abgelehnt, hieß es in dem Schreiben der beiden Geschäftsführer Andreas Müller (Sport) und Christoph Peschek (Wirtschaft). "Diese darf aus unserer Sicht allerdings erst nach eingehender Analyse bezüglich der vielfältigen Auswirkungen und mit Einbeziehung der wichtigsten Entscheidungsträger und Experten aus den Bereichen Sport, Wirtschaft, Sponsoring, Marketing, Vermarktung (inklusive TV-Rechte), etc., aber auch Fan-Vertretern erfolgen. Einer Ad-Hoc-Entscheidung ohne dieser notwendigen vorbereitenden Vorgangsweise können und werden wir im Sinne des gesamten österreichischen Spitzenfußballs allerdings nicht zustimmen!"

Datenlage spricht gegen Notstand

Die Eile bei der geplanten Reform könne man nicht nachvollziehen, zumal erst kürzlich 22 Vereine das Lizenzierungsverfahren positiv bewältigten und sich die Eigenkapitalquoten der Klubs ständig verbessern. "Eine unmittelbar drohende Insolvenzwelle im heimischen Fußball, die als Damoklesschwert und vermeintlicher Beleg für die Dringlichkeit einer Reform der Ligenformate herhalten soll, ist somit nicht zu befürchten, haben doch alle Vereine ihre Budgets für die Saison 2016/17 nachgewiesen und sind darin die Kosten für die Umsetzung des vieldiskutierten Wartungserlasses inkludiert!", schrieben Müller und Peschek. Dass Österreich nur 12 Profiklubs vertrage, sei somit aufgrund der Datenlage nicht belegbar.

Bei den möglichen neuen Formaten tun sich für die Hütteldorfer einige Fragen auf, etwa jene nach TV-Übertragungen der Spiele einer zweiten Liga auf Halb-Profi-Niveau. Die Finanzierung einer solchen Staffel ohne Fernseh-Gelder wäre unmöglich: "Dies ist nicht nur die Meinung des SK Rapid, sondern wird auch in jedem Konzept-Papier der Bundesliga als Gegenargument angeführt. Ob es möglicherweise TV-Sender gibt, die dieses Format übertragen wollen und Geld dafür bezahlen, ist völlig ungeklärt." Die Risiken eines Umbaus seien also nicht ausreichend gewürdigt.

Frühestens 2018/19

Rapid schlägt daher eine Evaluierungsphase bis Februar 2017 vor. Die Umsetzung eines neuen Formats könnte dann mit der Saison 2018/19 kommen. Reform-Befürworter wie Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer wünschen sich eine Änderung schon ab der Spielzeit 2017/18.

Weitere Aufschlüsse über eine mögliche Liga-Reform könnte der kommende Donnerstag bringen, wenn in Klagenfurt eine Bundesliga-Clubkonferenz auf dem Programm steht. Dabei dürfte auch Rapids Vorschlag diskutiert werden, wie die Kosten der Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft für die Vereine abgefedert werden könnte. Demnach soll die rund eine Million Euro, welche die Liga durch die EM-Teilnahme des ÖFB-Teams erhält, auf die Vereine aufgeteilt werden. (APA, red, 16.5. 2016)

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Rapid-Positionen und Analyse zur Ligareform

  • Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek (Bild) und Sportchef Müller haben einen Brief geschrieben.
    foto: apa/pfarrhofer

    Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek (Bild) und Sportchef Müller haben einen Brief geschrieben.

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