Bieterkampf um Traditionsblatt: Gegenangebot für "Corriere della Sera"

16. Mai 2016, 17:27
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Das Gegenangebot wird von Mailänder Finanzkreisen als äußerst "sexy" bezeichnet

Mailand – Einen Monat, nachdem Medienunternehmer Urbano Cairo sein Übernahmeangebot für die Mailänder Traditionszeitung Corriere della Sera präsentiert hat, bekommt er doch noch Konkurrenz. Der Mailänder Finanzinvestor Andrea Bonomi, flankiert von mehreren Corriere-Großaktionären (Mediobanca, Della Valle, Pirelli, Unipol Sai), stellte eine Gegenofferte vor. Die neu ge gründete Übernahmegesellschaft International Acquisitions Holding wird zu 55 Prozent von Bonomi und zu 45 Prozent von den Corriere-Großaktionären kontrolliert. Noch ist nicht sicher, ob Cairo die Offerte überbieten wird.

Das Gegenangebot wird von Mailänder Finanzkreisen als äußerst "sexy" bezeichnet. Eine Rizzoli-Corriere-della-Sera-Aktie (RCS) wird mit 70 Cent gegenüber 52 Cents der ersten Offerte bewertet. Bonomi bietet Bargeld, Cairo hat einen Aktientausch vorgesehen. Am Montag notierte RCS mit 72 Cent um 20 Prozent höher.

Das Gegenangebot kam überraschend, vor einer Woche hatte Mediobanca-Chef Alberto Nagel in einer Telefonkonferenz gesagt, dass er nichts von einer Gegenofferte wisse. Wenig glaubwürdig, da Mediobanca für das neue Angebot verantwortlich zeichnet.

RCS wird mit rund 350 Millionen Euro bewertet. Bonomi bezeichnet eine Beteiligung von 66,5 Prozent als Bedingung für seine Offerte. (tkb, 16.5.2016)

  • Mailänder Finanzinvestor Andrea Bonomi.
    foto: reuters/charles platiau

    Mailänder Finanzinvestor Andrea Bonomi.

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