Außeniminister Kurz traf Israels Premier Netanyahu

16. Mai 2016, 12:20
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60 Jahre bilaterale Beziehungen Anlass des Besuchs

Jerusalem/Wien – Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Montag den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem getroffen. Bei dem Gespräch sollten die bilateralen Beziehungen, der Kampf gegen Antisemitismus, der Nahost-Friedensprozess sowie Syrien und der Iran zur Sprache kommen.

Gegenüber österreichischen Journalisten wollte sich Netanyahu nicht äußern. "Mir ist nicht erlaubt, auf Fragen zu antworten." Der Premierminister erlaube das dem Außenminister nicht, scherzte Netanyahu, der sowohl das Amt des Regierungschefs als auch das des Außenamtschefs ausübt.

Kurz: "Historische Verantwortung"

Anlass für den Besuch von Kurz ist das 60-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Israel. Diese waren von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Als Kurt Waldheim 1986 Präsident wurde und als die FPÖ 2000 in die Regierung kam, legte Israel die Beziehungen auf Eis.

Kurz meinte zu mitreisenden Journalisten, dass Österreich "aufgrund seiner historischen Verantwortung den besonderen Auftrag" habe, sich um ein gutes Verhältnis zu Israel und dem Judentum zu bemühen. Österreich habe "die Verantwortung, einen intensiven Austausch zu Israel zu pflegen", sagte der Außenminister.

Österreich habe außerdem die "Verantwortung, gegen jede Form des Antisemitismus anzukämpfen". Hier gebe es viel zu tun: Die Sicherheitssituation von Juden in Europa habe sich "verschlechtert". Viele wandern nach Israel aus, vor allem aus Frankreich. "Ein Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa", betonte Kurz.

"Working Holiday" möglich

Kurz und Netanyahu unterzeichneten am Montag das "Working Holiday"-Abkommen. Dabei handelt es sich um eine bilaterale Vereinbarung über Ferien-Arbeitsaufenthalte von jungen Menschen. Zwischen 18- und 30-Jährige können so während eines Urlaubs bis zu sechs Monate im jeweils anderen Land unbürokratisch einer Beschäftigung nachgehen.

Nach seinem Gespräch mit Netanyahu besucht Kurz das Herzl-Museum. Dort legt er auf dem Grab von Theodor Herzl, dem Vordenker eines Judenstaats, einen Kranz nieder. Danach sind ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie ein Treffen mit österreichischen Holocaust-Überlebenden geplant. Am Abend findet ein Empfang im Israel Museum anlässlich "60 Jahre Österreich-Israel Diplomatische Beziehungen" statt. Dort hat sich von israelischer Seite Justizministerin Ayelet Shaked angesagt. (APA, 16.5.2016)

  • Kurz und Netanyahu geben sich die Hand.
    foto: apa/aussenministerium/dragan tatic

    Kurz und Netanyahu geben sich die Hand.

  • Der österreichische Außenminister legt einen Kranz am Grab von Theodor Herzl nieder.
    foto: apa/aussenministerium/dragan tatic

    Der österreichische Außenminister legt einen Kranz am Grab von Theodor Herzl nieder.

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