Rettung für Apple: Kauf von Tesla und Elon Musk als neuer CEO?

16. Mai 2016, 12:10
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Seit Jahren brodeln Übernahmegerüchte – ein Kauf würde Probleme mit sich bringen

Die Gerüchte, dass Apple am Elektroautohersteller Tesla interessiert ist, halten sich bereits seit einigen Jahren hartnäckig. Apple soll immerhin an einem eigenen E-Auto arbeiten und Tesla gilt in diesem Bereich als einer der innovativsten Konzerne. Auch könnte sich Apple den auf 30 Milliarden Dollar geschätzten Konzern leisten. Nach Apples schlechten Konzernzahlen und einigen Stolpersteinen bei Tesla haben die Gerüchte wieder neuen Zündstoff erhalten. Was in der Theorie wie eine perfekte Liaison aussieht, könnte in der Realität auf gravierende Beziehungsprobleme stoßen.

Musk und Cook könnten nicht unterschiedlicher sein

"Auf der Welt gibt es keine zwei CEOs, die verschiedener sind als Elon Musk und Tim Cook", schreibt "Business Insider"-Autor Matthew DeBord. Und er hat Recht damit. Cook gilt im Gegensatz zu Tesla-Chef Elon Musk nicht als waghalsiger Visionär. Sein Talent liegt im Management des Konzerns, bevor er CEO wurde zeichnete er für das Supply Chain Management verantwortlich und leitete als COO das Tagesgeschäft.

Musk hingegen ist ein Unternehmer und Investor, der mit seinen Ideen bereits mehrere Branchen umgerührt hat. Er war Chef des Online-Dienstes PayPal, ist neben seiner Chefposition bei Tesla auch CEO des privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX, Chairman von Solar City und will mit dem Hyperloop das Transportmittel der Zukunft an den Start bringen.

Dabei gilt Musk als exzentrisch und autoritär – einem Investor, der negativ über Präsentation des Tesla Model X gebloggt hatte, verweigerte er persönlich den Kauf des Autos. Es ist schwer vorstellbar, dass Musk bei einem Kauf Teslas durch Apple unter Cook etwa als Vice President der Autoabteilung arbeiten würde. Mehr erinnern sein Auftreten und seine bisherige Errungenschaften an den verstorbenen Apple-CEO Steve Jobs.

Musk als neuer Steve Jobs?

Könnte Elon Musk selbst die Rolle des CEO übernehmen? Einige Branchenkenner wie das Finanzportal "Marketwatch" können sich dieses Szenario durchaus vorstellen: Musk könnte Apple mit seinen Visionen wieder als Innovationstreiber positionieren und Cook seine alte Rolle als COO wieder einnehmen. Dass Cook allerdings freiwillig den Chefposten räumt und wieder einen Schritt zurück macht, ist nicht sehr wahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass Musk seine vielen verschiedenen Unterfangen aufgeben und sich alleine auf den Job bei Apple konzentrieren würde.

Apple braucht dringend neue Ideen. Die iPhone-Verkäufe, die dem Konzern den größten Gewinn bringen, sind im vergangenen Quartal erstmals zurückgegangen. 2001 preschte Apple mit dem iPod vor, 2007 mit dem iPhone und 2010 mit dem iPad. Die seit 2015 erhältliche Apple Watch konnte an diese Erfolge nicht anknüpfen. Elektro- und selbstfahrende Autos wären ein Feld, in dem Apple sich wieder neu erfinden könnte. Wartet der Konzern aber noch länger, teilen sich andere den Markt auf. Google hat mit seinen selbstfahrenden Autos bereits einen enormen Vorsprung. Neue Ideen könnte ein neuer Ideengeber an der Spitze Apples bringen. Ob aber Musk der richtige Mann für den Job ist, ist jedoch anzuzweifeln. (br, 16.5.2016)

  • Elon Musk bei der Präsentation des Tesla Model X.
    foto: apa/afp/susana bates

    Elon Musk bei der Präsentation des Tesla Model X.

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