Trainer Fink bei Austria vor Abschied

16. Mai 2016, 11:10
549 Postings

Deutscher bat Klubführung um vorzeitige Auflösung seines bis 2017 laufenden Vertrages – Wohlfahrt sieht den Deutschen "hundertprozentig" auch nächste Saison bei den Violetten

Austria-Trainer Thorsten Fink steht bei den Favoritnern vor dem Abschied. Nach Informationen von Sky Austria hat der ehemalige Coach des deutschen Bundesligisten Hamburger SV die Klubführung um die vorzeitige Auflösung seines noch bis 2017 laufenden Vertrages gebeten. Zu den Hintergründen von Finks angeblichen Rücktrittsgedanken machte der Sender keine Angaben.

Fink hatte seinen Job bei der Austria erst im vergangenen Sommer angetreten. Mit den Violetten erreichte der 48 Jahre alte Ex-Profi in der abgelaufenen Saison Platz drei. Zuletzt wurde er als Kandidat für den Trainer-Posten beim türkischen Erstligisten Trabzonspor gehandelt.

Von Favoriten nach Augsburg?

Nicht unwahrscheinlich wäre aber auch ein Engagement in der deutschen Bundesliga. Eine Möglichkeit wäre der FC Augsburg. Der Trainer des Tabellenzwölften, Markus Weinzierl, wird nämlich als Nachfolger von André Breitenreiter als Schalke-Trainer gehandelt. Eine andere Option wäre vielleicht auch der VfB Stuttgart, der sich nach dem Abstieg aus dem Oberhaus von Jürgen Kramny trennte.

Die Austria hat sich heuer in der heimischen Bundesliga Platz drei gesichert. Nach dem 3:0 gegen Sturm am Sonntag beendeten die Wiener die Saison neun Zähler vor der Admira und elf vor den Grazern. Für Fink dürfte dies nicht sonderlich befriedigend gewesen sein, seine Austria soll um den Titel mitspielen und dazu müsse in neue Spieler mit Qualität investiert werden.

Der Deutsche baute diesbezüglich Druck auf die Vereinsführung auf und macht scheinbar auch seinen Verbleib in Wien davon abhängig. "Mit Platz drei gebe ich mich nicht mehr zufrieden", meinte Fink und betonte unmissverständlich: "Natürlich brauche ich eine Mannschaft, die das schaffen kann. Zaubern kann ja keiner, oder?" Für Dienstag ist ein Gespräch mit Sportchef Franz Wohlfahrt angesetzt.

Wohlfahrt will Fink nicht ziehen lassen

Wohlfahrt dementierte Finks Wünsche nach einer Vertragsauflösung, er sieht den Deutschen "hundertprozentig" auch in der nächsten Saison bei den Violetten. Fink betonte, noch mit keinem Interessenten gesprochen zu haben. "Jetzt müssen wir schauen, was passiert", sagte der 48-Jährige.

"Wir müssen unseren Toptorjäger Alex Gorgon ersetzen, das wird schwierig. Es ist klar, dass wir die Mannschaft verstärken müssen", meinte Fink und verwies auf die Konkurrenz. "Rapid holt Spieler (Arnor Traustason, Anm.) für zwei Millionen Euro, Red Bull hat einen Topmann (Munas Dabbur) gekauft." Er selbst würde sich zwei, drei Spieler wünschen, "die den Unterschied ausmachen". Gleichzeitig betonte er: "Für wenig Geld werden wir nichts Besonderes kriegen."

Gefragt ist damit vor allem Wirtschaftschef Markus Kraetschmer. In welcher Höhe der Verein in die Mannschaft investieren kann, bleibt abzuwarten. Salzburg kann sich dank Red Bull einen Millionenmann wie Dabbur leisten. Rapid wird durch möglicherweise bevorstehende Transfers und das neue Stadion Geld lukrieren. Bei der Austria zeichnet sich hingegen kein Abgang mit Geldsegen ab. Der 19-fache Saisontorschütze Gorgon und damit in der Schützenliste Zweitplatzierte hinter Jonatan Soriano (21) verlässt seinen Stammklub nach Auslaufen seines Vertrags ablösefrei. (APA, sid, red, 16.5.2016)

  • Die Zeichen stehen auf Abschied.
    foto: apa/georg hochmuth

    Die Zeichen stehen auf Abschied.

Share if you care.