Mindestens elf Tote bei IS-Anschlag auf Gas-Fabrik in Bagdad

15. Mai 2016, 16:23
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Unterschiedliche Darstellung von Polizei und IS – Zwei Gas-Kraftwerke werden nicht mehr versorgt

Bagdad – Bei einem Anschlag der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Gas-Fabrik im Norden von Bagdad sind am Sonntag mindestens elf Menschen getötet und 21 verletzt worden. Polizeikreisen zufolge zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor den Toren der Fabrik und sprengte damit den Weg frei für ein weiteres Fahrzeug, mit dem dann mindestens sechs mit Sprengstoffwesten ausgestattete Angreifer auf das Gelände fuhren. Dort hätten sich die Angreifer eine Schießerei mit Sicherheitskräften geliefert und drei Gastanks in Brand gesetzt. Unter den Toten seien auch Polizisten.

Während das irakische Ölministerium erklärte, die Produktion von Propangas und Gas für die Stromerzeugung sei nicht unterbrochen, meldete das Elektriziätsministerium, zwei nahegelegene Kraftwerke hätten wegen Unterbrechung der Gasversorgung abgeschaltet werden müssen.

Der IS bekannte sich zu dem Anschlag, verbreitete im Internet aber eine andere Version vom Tathergang. Demnach erschossen vier Angreifer die Wachen der Anlage, die von der irakischen Armee als Stützpunkt genutzt werde. Als Verstärkung eingetroffen sei, hätten die Angreifer eine Autobombe gezündet und eine Schießerei mit den Sicherheitskräften begonnen. Anschließend hätten die Männer ihre Sprengstoffwesten gezündet.

Der IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Allein in der abgelaufenen Woche wurden bei Anschlägen des IS im Irak rund 100 Menschen getötet. (Reuters, 15.5.2016)

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