VW-Vorstand Renschler bekam Millionen fürs Nichtstun

15. Mai 2016, 14:57
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Der Topmanager handelte offenbar eine großzügige Übergangsregelung nach dem Wechsel von Daimler aus

Wolfsburg/Stuttgart – Volkswagen-Vorstand Andreas Renschler hat einem Zeitungsbericht zufolge eine Millionensumme erhalten, obwohl er für den Autobauer fast ein Jahr lang nicht arbeiten durfte. Laut "Bild am Sonntag" verließ der Topmanager Anfang 2014 seinen langjährigen Arbeitgeber Daimler, konnte wegen eines Wettbewerbsverbots aber erst im Februar 2015 den VW-Job antreten.

Für das Jahr 2014, in dem er nur einen Monat arbeitete, erhielt Renschler den Angaben zufolge 742.000 Euro von Daimler. Weil der damalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech den Lkw-Vorstand offenbar unbedingt haben wollte, habe ihm Volkswagen 11,5 Millionen Euro als Extraprämie gezahlt – für den Wechsel, und weil er während der einjährigen Pause weniger als sonst verdiente. Das erfuhr die "BamS" aus dem VW-Aufsichtsrat.

Renschlers Sprecherin sagte der Zeitung, bei der Zahlung von 11,5 Millionen Euro handle es sich um "eine Kompensation von verloren gegangenen Ansprüchen" durch den Wechsel zu VW. Um welche Ansprüche es sich dabei konkret handelt, wollte sie demnach nicht sagen.

Zudem handelte Renschler laut "BamS" eine besonders großzügige Pensionsregelung aus. Der 58-Jährige dürfe bereits mit 62 Jahren und damit ein Jahr früher als seine Vorstandskollegen mit vollen Bezügen in de Ruhestand gehen. Dann habe er Anspruch auf 70 Prozent seines Fixgehaltes, das derzeit bei gut einer Million Euro liege. Damit komme Renschler nach nur fünf Jahren bei Volkswagen auf eine monatliche VW-Pension von rund 60.000 Euro, die er zusätzlich zu seiner Daimler-Altersversorgung erhalte. (APA, 15.5.2016)

  • Hat offensichtlich gut verhandelt: Andreas Renschler
    foto: ap/sohn

    Hat offensichtlich gut verhandelt: Andreas Renschler

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