Chrome: Google plant schrittweises Aus für Flash Player

15. Mai 2016, 08:51
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HTML5 soll künftig bevorzugt werden – Flash nur mehr, wenn es nicht anders geht und auf expliziten Wunsch

Die Browserwelt ist derzeit von zwei unerfreulichen Wahrheiten geprägt: Einerseits gibt es noch immer eine erkleckliche Zahl an Seiten, die den Flash Player verwenden. Andererseits sorgt die Adobe-Software mit unschöner Regelmäßigkeit für Schlagzeilen in Bezug auf kritische Sicherheitslücken. Angesichts der anhaltend großen – und sowohl Browser- als auch Betriebssystemübergreifenden – Verbreitung des Flash Players ist er aktuell der Lieblingsangriffspunkt für Malware-Autoren.

Schwierige Situation

Kein Wunder also, dass Sicherheitsexperten immer wieder die User dazu auffordern, den Flash Player zu deaktivieren, wenn sie dessen Fähigkeiten nicht unbedingt benötigen. Für Browser-Hersteller ist dies nicht ganz so einfach, mit einer Flash-Blockade bestünde die Gefahr, dass man auf einen Schlag einen bedeutenden Teil an Webseiten nicht mehr ansurfen könnte, was vor allem bei technisch weniger versierten Usern fraglos schnell für Verwirrung sorgen würde.

Chrome-Pläne

Also heißt die Devise: Schritt für Schritt. Und einen ersten solchen, will nun Google setzen. Auf Google-Groups fasst Chrome-Entwickler Anthony LaForge die aktuellen Pläne des Softwareherstellers zusammen. Demnach soll künftig überall dort, wo es geht, HTML5 von Haus aus genutzt werden, die Flash-Nutzung wird hingegen nur mehr angeboten, wenn keine Alternative zur Verfügung steht.

Explizite Nachfrage

Zudem sollen Flash-Inhalte nicht mehr von Haus aus ausgeführt werden. Benötigt eine Seite das Adobe-Plugin werden die Nutzer beim ersten Besuch gefragt, ob sie für diese die Ausführung von Flash-Inhalten zulassen wollen. Die Zustimmung muss also einzeln pro Webseite erfolgen.

grafik: google
Google führt in einer Präsentation aus, wie künftig die Abfragen vor dem Ausführen von Flash aussehen sollen.

Whitelist

Allerdings plant Google zumindest vorerst eine Ausnahme für diese Regel: Die zehn meistgenutzten Flash-Seiten sollen zunächst auf einer Whitelist landen, damit bei ihnen Flash automatisch ausgeführt wird. Zu dieser Gruppe zählen derzeit neben Youtube auch Facebook, Amazon und Live.com. Diese Liste soll allerdings nach einem Jahr eingestellt werden, im Verlaufe dieser Periode will man sie zudem immer weiter reduzieren, wie das Unternehmen betont.

Ablauf

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass all diese Änderungen im vierten Quartal 2016 in einer stabilen Version von Chrome landen werden. Einen konkreten Plan für die vollständige Entfernung des Flash-Plugins aus dem Google-Browser gibt es hingegen bisher noch nicht. (Andreas Proschofsky, 15.5.2016)

  • Google will Flash beim Chrome in den Hintergrund drängen.
    grafik: google / adobe

    Google will Flash beim Chrome in den Hintergrund drängen.

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