St. Pölten nach Sieg gegen LASK vor Aufstieg

13. Mai 2016, 22:44
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Niederösterreicher nach 3:2 im Schlager zwei Runden vor Schluss sechs Punkte voran – Doppelpack von Thürauer vor ausverkauftem Haus

St. Pölten – Der SKN St. Pölten steht vor dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Die Niederösterreicher besiegten den LASK am Freitag im Erste-Liga-Schlager zu Hause mit 3:2 (2:1) und liegen nun mit 74 Zählern sechs Punkte vor den Linzern auf Platz eins. Zwei Runden sind noch zu spielen. St. Pölten benötigt nur noch einen Punkt, um den Titel endgültig zu fixieren.

Die Hausherren wurden vor 7.500 Zuschauern in der ausverkauften NV-Arena für ihre Effizienz belohnt, die Linzer für ihre Fehler bestraft. Die SKN-Tore erzielten Lucas Segovia aus einem Elfmeter (12.) sowie Kapitän Lukas Thürauer im Doppelpack (13., 57.). Für den LASK gelang Ione Cabrera (30.) und Fabiano (78.) zweimal der Anschlusstreffer.

Die Linzer verschliefen die erste Viertelstunde. Das Handspiel vor Segovias Elfmeter beging ausgerechnet Christian Ramsebner, dessen Sperre erst am Spieltag vom Protestkomitee der Bundesliga aufgehoben worden war. Weil mehrere Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren, musste Segovia zweimal antreten. Der Spanier versenkte aber beide Strafstöße im linken Kreuzeck und hält nun bei 18 Saisontoren.

Keine zwei Minuten später schlug auch Thürauer erstmals zu. Der SKN-Kapitän nutzte einen Patzer von Dogan Erdogan, der nach einem Schupfer von Michael Ambichl eine Luftmasche fabrizierte. Thürauer setzte den Ball mit dem Außenrist ins lange Eck.

Der LASK fing sich, Cabrera stand nach einem Erdogan-Corner an der zweiten Stange goldrichtig. Den Ausgleich verhinderte SKN-Torhüter Christoph Riegler mit einer sehenswerten Parade gegen Reinhold Ranftl (40.). Eine Minute später hatte er Glück, dass ihm ein Schuss von Rene Gartler bei regennassen Bedingungen nicht durchrutschte.

Linzer bleiben fehlerhafter

Nach Seitenwechsel machte Ramsebner erneut keine glückliche Figur. Der LASK-Verteidiger brachte den Ball nach einem Vorstoß von Cheikhou Dieng im Sitzen nicht mehr weg, Thürauer war erneut zur Stelle. Der LASK schöpfte durch Fabiano, der eine Hereingabe von Christopher Drazan verwertete, noch einmal Hoffnung, kam im Finish aber auch mit der Brechstange nicht mehr zum Erfolg.

Die Oberösterreicher kassierten die zweite Niederlage in den vergangenen drei Runden – und die im Titelrennen vermutlich entscheidende. St. Pölten könnte unter dem früheren LASK-Trainer Karl Daxbacher bereits nächsten Freitag als Aufsteiger feststehen. Dann gastiert der SKN in Wiener Neustadt. In der letzten Runde hätte der Tabellenführer zu Hause gegen Schlusslicht FAC noch eine weitere Chance.

Die niederösterreichische Landeshauptstadt dürfte damit nach 22 Jahren wieder in der höchsten Spielklasse vertreten sein. 1994 war der VSE St. Pölten aus der Bundesliga abgestiegen. Der 2000 gegründete SKN könnte zudem noch für einen Punkterekord in Liga zwei sorgen. Die bisherige Bestmarke halten die Admira und die SV Ried, die 2000 bzw. 2005 mit jeweils 77 Zählern aufgestiegen waren.

Überlanges Westderby

Abseits der Spitzenpartie ergab sich in Innsbruck ein kurioses Westderby. Der Tabellendritte Wacker Innsbruck und die als Fixabsteiger feststehende Austria Salzburg trennten sich nach 106 Minuten mit 2:2 (0:0). Beide Teams erzielten in der 16-minütigen Nachspielzeit je einen Treffer. Innsbrucks Negativlauf hielt aber an. In den vergangenen fünf Runden gab es nur einen Sieg.

Das Match war im Finish mehr als zehn Minuten unterbrochen, weil Schiedsrichter Alain Kijas nach einer Wadenverletzung ersetzt werden musste. Assistent Sebastian Gruber übernahm, für ihn musste ein als Referee ausgebildeter Zuschauer einspringen. Nach Kopftoren von Lukas Katnik (71.) und Andreas Bammer (95.) sahen die Salzburger sogar bereits wie ein möglicher Sensationssieger aus. Wacker-Kapitän Alexander Hauser schlug aus kurzer Distanz aber noch einmal zurück (98.). (APA, red, 13.5. 2016)

Ergebnisse, 34. Runde:

SKN St. Pölten – LASK Linz 3:2 (2:1) NV-Arena, SR Harkam.
Tore: Segovia (12./Elfmeter), Thürauer (13., 57.) bzw. Cabrera (30.), Fabiano (78.)

FAC – SC Wr. Neustadt 0:3 (0:1) FAC-Platz, SR Heiß.
Tore: Sittsam (37.), Egho (64.), Stefel (72.)

Wacker Innsbruck – Austria Salzburg 2:2 (0:0) Tivoli Stadion Tirol, SR Kijas.
Tore: Pichlmann (55.), Hauser (98.) bzw. Katnik (71.), Bammer (95.)

FC Liefering – SC Austria Lustenau 2:2 (2:1) Grödig, Das.Goldberg-Stadion, SR Altmann. Tore: H. Wolf (7.), Atanga (11.) bzw. Haring (18.), Chabbi (88.)

Kapfenberger SV – Austria Klagenfurt 2:2 (2:0) Franz-Fekete-Stadion, SR Muckenhammer. Tore: Flecker (25.), Meusburger (31.) bzw. Rep (73.), Miesenböck (85.).
Rote Karte: Becirovic (Klagenfurt/22.)

Stimmen (via Sky):

Karl Daxbacher (SKN-Trainer): "Es ist theoretisch noch nicht fixiert. Aber das Tor ist ganz weit offen, das dürfen und wir werden uns das auch nicht mehr nehmen lassen. Die spielerische Qualität war nicht sehr groß, aber wir haben die Fehler ausgenutzt. Letztendlich ist es mir auch egal, wie der Sieg zustande gekommen ist. Beim Aufstieg mit dem LASK war der Tanz nach jedem Spiel fast schon ein Brauch. Daran habe ich mich am Ende wieder erinnert."

Lukas Thürauer (SKN-Kapitän): "Es ist eine große Erleichterung für uns. Wir haben einen ganz großen Schritt Richtung Meistertitel gemacht gegen einen direkten Konkurrenten vor vollem Haus. Das ist der Grund, warum ich zurückgekommen bin, weil ich mit St. Pölten Bundesliga spielen wollte. Dass es jetzt so schnell gehen könnte, ist natürlich schön."

Daniel Segovia (SKN-Stürmer): "Wir haben 99 Prozent geschafft. Heute war es ein Kampf. Es war ein unglaubliches Duell. Wir haben sehr gut gekämpft. Es war ein gutes Spiel und ein guter Sieg."

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Wir haben heute zu viele individuelle Fehler gemacht. Wir sind mit 0:2 ins Spiel gegangen praktisch. Wir haben dann ein bisschen gebraucht, bis wir zurückgekommen sind, was auch normal ist. Ich möchte St. Pölten zum Sieg gratulieren und auch schon zum Meistertitel."

Christian Ramsebner (LASK-Verteidiger): "Unser Ziel war, dass wir hier drei Punkte mitnehmen. Das haben wir nicht geschafft. Wir werden versuchen, dass wir noch zwei gute Leistungen bringen, aber ich denke, dass der Aufstieg nicht mehr sehr realistisch ist."

  • Lucas Segovia brachte St. Pölten per Elfmeter in Führung, lieferte sich knackige Scharmützel mit seinem spanischen Landsmann Ione Cabrera auf Seiten des LASK knackige Scharmützel.
    foto: apa/hochmuth

    Lucas Segovia brachte St. Pölten per Elfmeter in Führung, lieferte sich knackige Scharmützel mit seinem spanischen Landsmann Ione Cabrera auf Seiten des LASK knackige Scharmützel.

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