Zwist nach Zielpunkt-Pleite: Jobs statt Geld

13. Mai 2016, 18:34
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Streit um die Sozialpläne zwischen Pfeiffer-Konzern und Gewerkschaft

Wien – Die Aufräumarbeiten nach der Zielpunkt-Pleite sind weiter im Gange. Pfeiffer, früherer Eigentümer der Handelskette, und die Gewerkschaft kommen dabei aber auf keinen grünen Zweig. Gestritten wird um die 209 Mitarbeiter eines infolge der Zielpunkt-Insolvenz aufgelassenen Logistikzentrums in Wien, konkret um ihre Sozialpläne. Denn an deren Umsetzung spießt es sich seit Monaten.

Der Fall liegt bei einer Schlichtungsstelle. Pfeiffer lud die betroffenen Lagermitarbeiter vergangene Woche zu einer Informationsveranstaltung. Der Vorschlag, der ihnen dort gemacht wurde, lautet: ein neuer Arbeitsplatz, statt Geld.

Er suche adäquate Jobs für sie, 50 bis 60 gäbe es schon, Gespräche liefen mit Händlern wie Hofer und Spar, sagt Erich Schönleitner, Pfeiffer-Chef, dem STANDARD.

Keine Gießkanne

Für Härtefälle, etwa ältere Beschäftigte, seien individuelle Vereinbarungen geplant. Für den Rest werde man sich auf einen Sozialplan einigen. Er wolle kein Gießkannensystem, sagt Schönleitner, auch der Betriebsrat habe für Jobs statt Geld plädiert. Viele Mitarbeiter hätten Migrationshintergrund, seien angelernt. Eine neue gleichwertige Arbeit bringe seiner Meinung nach mehr als Umschulung. Für die Zeit ohne Stelle gäbe es in jedem Fall finanziellen Ausgleich.

"Für Meier gibt es was, für Huber nichts, das spielt es nicht", ärgert sich Gewerkschafter Andreas Gollner. Er wirft Pfeiffer vor, die Sozialplanverhandlungen zu verschleppen, etwa indem Richter als befangen erklärt wurden. Die Arbeitnehmer stünden im Regen.

Der Betrieb, der tief in den roten Zahlen steckt, hatte ursprünglich 1,8 Millionen Euro für einen Sozialplan geboten. Was je Mitarbeiter eineinhalb Jahresgehälter ausmacht, rechnet Schönleitner vor. Der Gewerkschaft war das zu wenig. Gollner: "Pfeiffer war zu keiner Nachbesserung bereit." (Verena Kainrath, 14.5.2016)

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