Schnitzelsounds querbeet

13. Mai 2016, 18:13
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Unter dem Motto "Wir sind Österreich" präsentiert das Linzfest bis Montag heimische, dabei international schmeckende Feinkost von der Wiener Tschuschenkapelle über Russkaja bis Clara Luzia

Linz – Zentrales Thema der heurigen Ausgabe des dreitägigen Linzfests ist der Einfluss von Einwanderern aus verschiedenen Teilen der Welt auf die heimische Kultur. Unter dem Motto "Wir sind Österreich" werden Sounds und kulinarische Schmankerln mit "ausländischen" Wurzeln präsentiert, die unsere Kultur prägen und beeinflussen.

Am Montag beweist das etwa die Wiener Tschuschenkapelle: Integration ist für deren Bandleader, den Wiener Kroaten Slavko Ninic, kein Fremdwort. Schließlich praktiziert er mit Musikerkollegen die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen auf spielerische Art bereits seit 1989. Gern stehen ihre Konzerte unter dem Motto "Mir san net nur mir". Was als österreichisch-türkisch-jugoslawisches Trio bei einem Geburtstagsfest begann, ist heute mit wechselnden Besetzungen ein Musterbeispiel für Weltmusik: Balkanesisch-Orientalisches, Rembetiko, Zigeunerjazz, Wienerlieder. Und wenn das Quintett ein balkanesisches Volkslied wie O Marijana spielt, erinnert das stark an burgenländische oder Oberkrainer Heimatklänge.

Heute, Samstag, zeigt schon die Wiener Combo Russkaja, wo der Tanzbär steppt. Nämlich auf der Donaupark-Bühne, auf der die Auszuck-Animateure von Willkommen Österreich im Ska-Sputnik-Schock die Tanzrakete zünden werden. Titel des aktuellen Albums: Peace, Love & Russian Roll.

Musik im Widerstand

Davor demonstrieren Clara Luzia und die Resisters geballte Frauenpower: Erstere macht auf dem fünften Album, We Are Fish, auch Rock mit lauten und verzerrten Gitarren. 2015 erschien die per Crowdfunding finanzierte Nachfolgeplatte Here's To Nemesis. Die Resisters hießen früher Sawoff Shotgun, mit dem neuen Namen betont das Electropop-/New-Wave-Frauentrio mit spanisch-australischen Wurzeln die Begriffe "Schwestern" und "Widerstand" – den gegen politische Diskriminierung.

Seit 2009 sind Chili & The Whalekillers eine Manifestation österreichisch-isländischer Freundschaft: Mit dem Abmurksen von Meeressäugern hat das Quintett, dessen Mitglieder aus Salzburg und Reykjavík stammen, aber nichts zu tun. Ihre stilistische Vielseitigkeit beweisen die Indiepopper auf bislang fünf Alben – zuletzt erschien Words On Tuesday (2016) – und am Pfingstsonntag auf der Donaupark-Bühne. Freier Eintritt bei allen Konzerten! (Gerhard Dorfi, 13.5.2016)

14. – 16., Linz, Donaupark u. a., Sa ab 18.00, So und Mo ab 13.00

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Linzfest

  • Hidan Mamudov, Maria Petrova, Slavko Ninic, Jovan Torbica und Mitke Sarlandziev (v. li.) sind seit 1989 – in wechselnder Besetzung – die Wiener Tschuschenkapelle.
    foto: michael winkelmann

    Hidan Mamudov, Maria Petrova, Slavko Ninic, Jovan Torbica und Mitke Sarlandziev (v. li.) sind seit 1989 – in wechselnder Besetzung – die Wiener Tschuschenkapelle.

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