Russischer Dopingskandal: Empörung im Glashaus

Kommentar13. Mai 2016, 19:04
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Die Forderungen nach Ausschluss des russischen Sports von den kommenden Spielen ist nur recht und billig

Überraschung! Überraschung! Russland hat die Medaillenwertung der olympischen Heimspiele in Sotschi wohl unter massivem Dopingeinsatz gewonnen. Überraschung! Überraschung! Die Sportler dürften mit Deckung, wenn nicht gar auf Anweisung politischer und geheimdienstlicher Kreise aufgeblasen gewesen sein.

Die olympische, ja die gesamtsportliche Familie ist erstaunt und empört. Die Forderungen nach Ausschluss des russischen Sports von den kommenden Spielen in Rio de Janeiro ist nur recht und billig, scheint aber ein bisserl inkonsequent zu sein. Denn die Doperei ist doch gewiss nur dann ein für alle Mal abzustellen, wenn man Russland gleich für eineinhalb Olympiaden, also bis Peking 2022 ausschließt! Andererseits gewinnen dann vielleicht die Chinesen die Medaillenwertung ihrer Winterspiele.

Ist der Schaum vom Mund gewischt, könnte man sich aber auch fragen, wie es möglich war, dass die Überwachung der in Sotschi gezogenen Proben dem russischen Antidopinglabor oblag, und wie die internationale Aufsicht derart versagen konnte. Und man könnte sich fragen, warum die Welt-Anti-Doping-Agentur, die jetzt zuvorderst massive Konsequenzen einfordert, zwar hektoliterweise Urin und Blut abzapfen und jahrelang aufheben lässt, selbst bisher aber nichts Substanzielles zur Aufklärung derartiger Skandale beizutragen hat. Vor allem dann, wenn sie sich in Diktaturen oder, nun ja, Demokraturen abspielen.(Sigi Lützow, 13.5.2016)

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