Ukrainische Webseite nach Veröffentlichung von Journalistendaten offline

13. Mai 2016, 16:24
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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Betreiber

Eine nationalistische ukrainische Webseite ist nach der umstrittenen Veröffentlichung tausender Journalistennamen am Freitag geschlossen worden. Grund seien Ermittlungen der Kiewer Staatsanwaltschaft wegen des gezielten Datenlecks, schrieb der Abgeordnete Anton Geraschtschenko im Kurznachrichtendienst Twitter.

Daten von Journalisten veröffentlicht

Die "Mirotworez" (Friedensstifter) genannte Seite hatte am Mittwoch Namen und persönliche Daten von mehr als 4.000 Medienvertretern – darunter auch aus Österreich – öffentlich gemacht, die bei der pro-russischen Separatistenführung in Donezk akkreditiert waren. Die Journalisten wurden als Kollaborateure von Terroristen bezeichnet. Die Ukraine führt den Krieg gegen die von Russland bewaffneten Separatisten offiziell als Anti-Terror-Einsatz.

Journalistenverbände, aber auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten wegen der Veröffentlichung der Daten protestiert. Dies gefährde die Arbeit von Pressevertretern im Konfliktgebiet. Die kritisierte Liste blieb allerdings trotz der Einstellung des Internet-Projekts abrufbar.

In der Ukraine fanden sich auch Verteidiger der Webseite, die den Kiewer Sicherheitsbehörden nahe steht. Einer der Gründer, Georgi Tuka, ist Vizeminister für die abtrünnigen Gebiete im Osten. (APA, 13.05.2016)

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