EU will Arbeitnehmer vor krebserregenden Stoffen schützen

13. Mai 2016, 14:22
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Die EU-Kommission schlägt neue Belastungsgrenzen für 13 krebserregende Stoffe und will damit in den kommenden 50 Jahren 100.000 Menschenleben retten

EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen verwies darauf, dass Krebs heute mit einem Anteil von 53 Prozent die häufigste arbeitsbedingte Todesursache in der EU sei und dies das größte Gesundheitsrisiko für Arbeitnehmer sei. Die EU-Kommission will daher mit Grenzwerten für 13 chemische Stoffe am Arbeitsplatz das Krebsrisiko senken und in den kommenden 50 Jahren damit 100.000 Menschenleben retten.

Konkret geht es darum, dass die Grenzwerte für 13 krebserzeugende Chemikalien die Höchstkonzentration gesenkt werden sollen, in der ein chemisches Karzinogen in der Luft am Arbeitsplatz vorhanden sein darf. Ein konkretes Beispiel sei Quarzfeinstaub, der bei Arbeitsverfahren wie Bergbau, Brucharbeiten, Tunnelbohrungen, Schneiden, Zerkleinern oder Mahlen von siliciumdioxidhaltigen Materialien wie Beton, Ziegeln oder Gestein entsteht. Dies sei auch eine der Hauptursachen für die Lungenkrankheit Silikose und arbeitsbedingten Lungenkrebs.

Von einigen der 13 Karzinogene wie eben Quarzfeinstaub oder Chrom-Verbindungen sowie Hartholzstäube sei eine sehr hohe Zahl von Arbeitnehmern betroffen. Einige andere chemische Stoffe sind verdächtig, weil es im Vergleich zur Zahl der diesen Stoffen ausgesetzten Arbeitnehmern eine große Anzahl von Krebserkrankungen gibt. Der Verwendungsumfang ist zwar möglicherweise geringer, sie werden aber dennoch von der Kommission als prioritär eingestuft. (APA, 13.5.2016)

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