Kunstprojekt: Ein Haus als Leinwand

Bericht15. Mai 2016, 17:00
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Klein, aber fein ist das Hohenemser Festival Emsiana. Auch dieses Jahr dient ein Projekt im öffentlichen Raum als Blickfang: das rosa Haus

Hohenems – Im Vorjahr bemalte der Vorarlberger Künstler Tone Fink ein Haus im jüdischen Viertel, dieses Jahr ist Günter Bucher der Emsiana-Fassadenmaler. Häuser, die ihre besten Jahre hinter sich haben und der Renovierung harren, sind quasi Leinwand für die Emsiana.

Zum Auftakt des Festivals, das am 19. Mai beginnen wird, macht der Hohenemser Verleger und Künstler Günter Bucher ein altes Haus in der Marktstraße zum Kunstprojekt. Er färbt die Fassade in einem intensiven Rosaton und bemalt sie mit einer eigens entworfenen Schrift. Die schwarzen Lettern in "Bucher-Vergilius" verweisen auf die Vergangenheit des Hauses.

Schwarz auf Rosa

Günter Bucher: "In diesem Haus hat der damaligen Besitzer Heinrich Fenkart die schönsten Phonographen Europas verkauft." So stand es 1908 in einer Anzeige des Gemeindeblatts, die Bucher gefunden hat. Regen und Wind trotzend bringt Bucher den Anzeigentext auf der Hausfassade an. Seine über den Text hinausgehende Botschaft: "Es ist ein Projekt, das den Wandel zeigt, auch die kommende Sanierung des Hauses ist eine Entwicklung. Was aber alle Veränderungen übersteht, ist die Geschichte."

Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen, hat sich die Emsiana zur Aufgabe gemacht. Die achte Auflage des multikulturellen Festivals steht unter dem Motto "Sagen, schreiben, singen". (Jutta Berger, 14.5.2016)

Emsiana, Hohenemser Kulturfest, 19. bis 22. Mai 2016

  • Altes Haus, ganz in Rosa. Künstler Günter Bucher am Werk.
    foto: ursula dünser

    Altes Haus, ganz in Rosa. Künstler Günter Bucher am Werk.

  • Kurz vor der Renovierung wird das Haus zur Leinwand und erzählt seine Geschichte.
    foto: ursula dünser

    Kurz vor der Renovierung wird das Haus zur Leinwand und erzählt seine Geschichte.

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