Forscher identifizieren bislang unbekannten Knochenknacker-Hund

16. Mai 2016, 14:00
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Cynarctus wangi war ein später Vertreter der Borophaginae, die ein ähnlich kräftiges Gebiss hatten wie Hyänen

Harrisburg – Ein Biologe der University of Pennsylvania hat eine bislang unbekannte ausgestorbene Hundespezies identifiziert. Die fossilen Überreste des Tiers waren in der Choptank-Formation im US-Bundesstaat Maryland von einem Amateursammler entdeckt worden und später an die Smithsonian Institution gegangen. Erst jetzt zeigte sich, dass man es mit einer unbekannten Art zu tun hat.

Das Tier, das zu Ehren des Raubtier-Experten Xiaoming Wang vom Museum für Naturgeschichte in Los Angeles Cynarctus wangi benannt wurde, lebte vor etwa 12 bis 13 Millionen Jahren an der Ostküste Nordamerikas. Es war ein später Vertreter der Borophaginae, einer Gruppe hundeartiger Raubtiere, deren Geschichte 36 Millionen Jahre zurückreicht.

Hohe Beißkraft

Die größten Vertreter dieser Gruppe dürften bis zu 170 Kilogramm gewogen haben. Die meisten waren jedoch deutlich kleiner – auch Cynarctus wangi hatte nur etwa die Größe eines Kojoten. Typisch für alle Borophaginae waren ihre kräftigen Kiefer und Zähne, die an die Beißkraft von Hyänen erinnern.

Obwohl sie leicht Knochen knacken konnten, waren Borophaginae aber wesentlich vielseitiger als Hyänen. Steven Jasinski vom State Museum of Pennsylvania untersuchte die Zähne der neuidentifizierten Art genauer und schließt daraus, dass sich die Tiere nur etwa zu einem Drittel vom Fleisch größerer Beutetiere ernährten. Den Rest dürften Pflanzen, aber auch Insekten ausgemacht haben: eine Mischkost, die eher an die Ernährungsweise von Bären und Kleinbären erinnert.

Trotz ihrer Vielseitigkeit befanden sich die Borophaginae zu Lebzeiten von Cynarctus wangi aber bereits auf dem absteigenden Ast. Die Ahnen heutiger Spezies von Hundeartigen wie Kojoten, Füchse oder Wölfe sowie andere Raubtiere dürften sie verdrängt haben. (jdo, 16. 5. 2016)

  • Vom äußeren Erscheinungsbild her würde ein Cynarctus in einem heutigen Hundepark kaum auffallen – bis auf seine Zähne vielleicht.
    illustration: mauricio antón

    Vom äußeren Erscheinungsbild her würde ein Cynarctus in einem heutigen Hundepark kaum auffallen – bis auf seine Zähne vielleicht.

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