ÖBB brauchen neuen Chef

13. Mai 2016, 12:49
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Nachfolger für Kern gesucht

Wien – Mit dem Wechsel von Christian Kern von der ÖBB- an die SPÖ- und Regierungsspitze brauchen die Bundesbahnen einen neuen Chef. Kern (50) hatte das Amt seit dem 7. Juni 2010 ausgeübt, also fast sechs Jahre lang. In den nächsten Tagen dürfte er das Chefbüro im ÖBB-Hochhaus am Hauptbahnhof mit dem Kanzlerbüro am Ballhausplatz tauschen.

Kerns Vorgänger im Chefsessel war Peter Klugar (2006 bis 2008), der wie Kern ebenfalls zur roten Reichshälfte zählte und als ausgesprochener Eisenbahnexperte galt, aber kein Marketingexperte war. Davor lenkte Immobilienmanager Martin Huber die Geschicke des Konzerns (2004 bis 2008), in seine Amtszeit fiel ein verlustreiches Spekulationsgeschäft mit der Deutschen Bank. Hubers Vorgänger war Rüdiger vorm Walde (2001 bis 2004) – beide waren von der damaligen schwarz-blauen Regierung eingesetzt worden. Der Deutsche vorm Walde hatte gleich zum Einstand den Franz-Josefs-Bahnhof als "Ernst-August-Bahnhof" falsch bezeichnet.

Die ÖBB-Lok bliebe nach dem Abgang von Kern an die Regierungs- und SPÖ-Spitze nicht ganz führerlos: Vom Zweiervorstand der ÖBB Holding bliebe noch der langjährige Finanzvorstand Josef Halbmayr im Amt. Für eine Nachfolge an die Bahn-Spitze hat der 60-Jährige zwar die falsche – nämlich schwarze – Parteifarbe, als Manager könnte er die Bahn jedoch für eine Interimszeit führen, heißt es in informierten Kreisen.

Als möglicher Kern-Nachfolger wird derzeit in Medien der ÖBB-Infrastruktur-Vorstand Andreas Matthä (53) gehandelt. Matthä gilt in der Bahn als tüchtiger Manager, der sich allerdings persönlich bisher nicht so in den Vordergrund gestellt hat. Auch die Gewerkschaft soll dem SPÖ-nahen Mann recht zugetan sein, heißt es. Aber auch andere Namen kursieren, vielleicht könnte erstmals eine Frau ins Chefbüro einziehen. Beim nächsten Aufsichtsrat der ÖBB-Holding am 24. Mai sollen die Weichen gestellt werden. (APA, 13.5.2016)

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