Islamlehrer in Vorarlberg: Trennung laut Schulbehörde einvernehmlich

13. Mai 2016, 13:49
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Ein islamischer Religionslehrer, der Frauen nicht die Hand gibt, muss gehen. Die Schulbehörde spricht von einer einvernehmlichen Lösung

Bregenz – Kolleginnen und Kollegen beschwerten sich über einen türkischstämmigen islamischen Religionslehrer in Vorarlberg, der sich weigert, Frauen die Hand zu geben. Schülerinnen hingegen sammelten Unterschriften für ihn. Die Werthaltung und Umgangsformen des 34-Jährigen, der an mehreren höheren Schulen in Land unterrichtet, lösten heftige Diskussionen aus.

Nun kam die Antwort der Islamischen Glaubensgemeinschaft auf die Beschwerden der Vorarlberger Schulbehörde: Man habe mit dem Mann eine einvernehmliche Lösung gefunden, er werde den Schuldienst quittieren und seine Agenden in den nächsten Wochen übergeben.

Diese Lösung habe nichts mit der Art und Weise seines Unterrichts zu tun, teilte die Glaubensgemeinschaft, die für die Kontrolle der Religionslehrer zuständig ist, Schullandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) mit: Der Lehrplan sei eingehalten worden, die Verweigerung des Handschlags sei kein Grund für die Abberufung. Details werden weder von der Landesschulbehörde noch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft kommuniziert.

Respektvoller Umgang gefordert

Mennel zeigt sich erleichtert: "Ich bin froh, dass eine gemeinsame Lösung vorliegt." Die Begründung der Glaubensgemeinschaft will sie nicht kommentieren. Mennel: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass alle Lehrerinnen und Lehrer an österreichischen Schulen verpflichtet sind, sich an die Werte eines respektvollen Umgangs zu halten."

Das gelte für alle Lehrkräfte, egal welcher Glaubensgemeinschaft oder Nationalität sie angehören, sagt Mennel. Deshalb habe die Schulabteilung die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, als Vorwürfe gegen eine Mittelschullehrerin laut wurden, sie habe den Religionsstifter Mohammed Schülern gegenüber als Kinderschänder bezeichnet. Die Ermittlungen laufen. (Jutta Berger, 13.5.2016)

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