Schluckbarer Faltroboter räumt im Magen auf

    Video13. Mai 2016, 12:24
    52 Postings

    Entwicklung vom MIT soll Wunden versorgen und Fremdkörper entfernen

    Künftig könnten kleine Roboter im Magen Verletzungen behandeln, Medikamente zum Einsatz bringen oder gefährliche Fremdkörper entfernen. Forscher des MIT, des Tokyo Institute of Technology sowie der University of Sheffield haben erfolgreich einen Prototypen einer solchen Maschine entwickelt.

    Kommt per Kapsel

    Der kleine Helfer ist faltbar und findet Platz in einer Kapsel, die von der Magensäure aufgelöst wird. Der Roboter selbst besteht aus zwei Schichten. Eine ist aus getrockneten Schweineinnereien gefertigt, die auch für Wursthüllen verwendet werden. Sie umschließt ein biologisch abbaubares Material namens "Biolefin", in welchem die Hardware eingebettet ist.

    Im Magen angekommen entfaltet sich der Roboter und kann sich fortan über ein Akkordeon-artiges Prinzip fortbewegen. Dieses funktioniert auch innerhalb von Flüssigkeiten. Gesteuert wird der Prototyp über ein Magnetfeld, beschreibt Wired. Künftig soll er sich mithilfe von Sensoren aber auch selbständig orientieren können.

    Entfernt verschluckte Knopfbatterien

    In einem Beispielvideo wird gezeigt, wie der Roboter eine Knopfbatterie aus der Wand eines künstlichen Magens löst und ihr so einen natürlichen "Abgang" ermöglicht. Ein Eingriff, der häufiger notwendig ist, als man denken möchte.

    massachusetts institute of technology (mit)

    Alleine in den USA werden jährlich rund 3.500 Knopfzellen verschluckt. Während die meisten problemlos wieder ausgeschieden werden, beginnen manche auszulaufen. Durch die Reaktion mit der Magensäure heften sie sich schließlich an die Magenschleimhaut und stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar.

    Der Roboter selbst stellt aufgrund seines zeitlich limitierten Einsatzzeitraumes kein Problem für die Gesundheit dar. Er nimmt nach getaner Arbeit ebenfalls den Darmweg, um den Körper wieder zu verlassen. (gpi, 13.05.2016)

    Links

    MIT

    Wired

    • Artikelbild
      foto: mit
    Share if you care.